OATRM

Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

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Graffiti Workshop und Mobipiece für Proteste in Urbach

Gestern haben wir einen Graffiti Workshop in Endersbach gemacht. Bei dieser Gelegenheit haben wir ein Mobipiece für die Proteste in Urbach gemalt.
Bei der Aktion wollten wir zum einen praktische Kenntnisse weitergeben und zum anderen mittels eines Infotisches ansprechbar sein. Hierbei könnten wir einige gute Gespräch führen. Beim nahegelegenen Einkaufszentrum haben wir außerdem Plakate aufgehangen und für die Proteste in Urbach mobilisiert.
Kommt am Freitag den 6. August alle zu den Protesten gegen die AfD-Veranstaltung in Urbach! Los geht’s um 18 Uhr vor der Auerbachhalle.

AfD-Infostand in Schorndorf gestört

Heute waren wir in Schorndorf um einen Infostand der AfD zu stören. Dabei haben wir den Stand zeitweise mit Transparenten abgeschirmt und unsere eigenen Inhalt mittels Durchsagen und Flyern in die Bevölkerung getragen und viel Zuspruch erfahren. Außerdem haben wir auch unsere Proteste gegen die AfD-Veranstaltung kommenden Freitag in Urbach beworben.

 

Die AfDler waren die meiste Zeit damit beschäftigt sich bei der Polizei über das vermeintlich „kriminelle agieren der Antifa“ zu beschweren und schreckten auch nicht davor zurück Passant:innen, welche ihnen widersprachen anzupöbeln. Somit stellten sie mal wieder ihr unseriöses Verhalten zu schau und konnten effektiv an ihrer Arbeit gehindert werden.

Der heutige Tag war erst der Anfang unserer antifaschistischen Arbeit gegen den Wahlkampf der AfD. Den wie auch in vielen anderen Städten werden wir den Wahlkampf mit der Antifascist Action Kampagne begleiten. Kommt am nächsten Freitag um 18 Uhr zu unseren Gegenprotesten vor der Auerbachhalle in Urbach gegen den Wahlkampfauftakt der AfD!

Den rechten Wahlkampf sabotieren!

Gegen rechte Krisenlösungen!

AfD-Veranstaltung in Urbach stören!

Die rassistische AfD will in unserem Urbach eine
Veranstaltung zu ihrem Wahlkampfauftakt abhalten.

Pfui kann man da nur sagen!

Auch wenn sie uns das so verkaufen will ist die AfD keine Alternative für uns. Anstatt für gerechte Löhne einzutreten, fordert sie den 12-Stunden Tag.
Anstatt Konzepte für eine sorgenfreie Rente zu
bieten, fordert sie eine „flexible Rentenzahlung“, was keines Falls mehr Geld für uns Arbeiterinnen und Arbeiter bedeutet. Anstatt konkrete Lösungen gegen den menschgemachten Klimawandel zu bieten, leugnet sie diesen!
Und als wäre das alles noch nicht genug wünscht sie sich die Frau an den Herd zurück.

Schäbiger gehts nicht mehr!

Wir dürfen ihren Lügen nicht glauben.
Wir lassen nicht zu, dass sie ungestört ihre
Hetze in Urbach verbreiten können!

Es gibt echte Lösungen für unsere Probleme,
organisiert euch, werdet antifaschistisch aktiv!

Kommt zum OAT!

 

Antifascist Action in Winnenden

Im Rahmen der antifacist action! Kampagne haben wir heute Flyer verteilt, Plakate aufgehängt und eine Tapete mit Parolen angebracht. Wir waren vor dem Rems Murr Klinikum Winnenden und dem Berufsschulzentrum aktiv.

Es ist wichtig gerade junge Leute und die arbeitende Bevölkerung in den antifaschistischen Kampf mit einzubeziehen.

Wir sind hierbei ausschließlich auf positive Reaktionen seitens der Belegschaft und der Schüler:Innen gestoßen.

 

Werde auch Du aktiv und komme zum offenen antifaschistischen Treffen Rems Murr.

Antifacist Action – gegen rechte Krisenlösungen!

Infotisch an der Fellbacher Schwabenlandhalle

Heute waren wir im Rahmen der Antifascist Action Kampagne in Fellbach unterwegs. Mit einem Infotisch, Tapeten und Parolen im Umfeld der Schwabenlandhalle suchten wir das Gespräch mit Passant:innen. Wir konnten mit viele interessante Gespräche führen, über die laufende Kampagne informieren und erfuhren positive Rückmeldungen.

Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen!

Antifascist Action in Althütte

Heute waren wir in Althütte, weil dort bei der letzten Landtagswahl die AfD mit 16,3% überdurchschnittlich gewählt wurde. In der Gemeinde Althütte wohnen auch einige bekannte Nazis, unter anderem Oliver Hilburger und Christian Schickardt vom faschistisch-gewerkschaftsfeindlichen Verein Zentrum Automobil. Der Ort wurde mit Tapeten, Schildern und Plakaten verschönert, außerdem verteilten wir Flugblätter an die Anwohner:innen.

Wir machten darauf aufmerksam, dass die AfD nicht die Partei der kleinen Leute ist, als die sie sich gerne selbst darstellt, sondern Politik für Bonzen macht.
Wir Arbeiter:innen verlieren am meisten, sollte die AfD weiter an Macht gewinnen.
Auch für den ländlichen Raum haben Rechte kein Konzept.
Die AfD kann und will unsere Probleme nicht lösen, wir müssen unsere Zukunft selber in die Hand nehmen und alles daran setzen der AfD das Leben schwer zu machen, insbesondere im ländlichen Raum.

Gerade im Zuge der anstehenden Bundestagswahlen ist es wichtig, Aufklärungsarbeit über rechte Akteure zu leisten und der AfD nicht die politische Bühne zu überlassen. Wenn auch du Lust hast antifaschistisch aktiv zu werden, dann komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr! Wir treffen uns an jedem zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60 in Waiblingen.

Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen!

Aktionen in Großerlach

Heute waren wir in Großerlach, weil dort bei der letzten Landtagswahl die AfD mit 19,1% besonders stark war. Wir haben Plakate, Wandzeitungen und Transparente aufgehangen und die Anwohner:innen mit Flyern informiert. Die Aktion fand im Zuge der Kampagne Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen! statt.

Die AfD stellt sich gerne als bürgernah da, gerade in ländlichen Gebieten hat sie damit oft Erfolg. Wir wollten mit unserer Aktion aufzeigen, dass die AfD keineswegs die Interessen der kleinen Leute vertritt, sondern vielmehr gegen sie arbeitet.

Dabei kam es zu zahlreichen Gesprächen mit Anwohner:innen, unsere Aktion wurde von ihnen durchweg positiv aufgenommen. Wir werten den Tag daher als Erfolg, und werden auch in Zukunft Aktionen dort machen, wo Rechte verankert sind.

Gerade im Zuge der anstehenden Bundestagswahlen ist es wichtig, Aufklärungsarbeit über rechte Akteure zu leisten und der AfD nicht die politische Bühne zu überlassen. Wenn auch du Lust hast antifaschistisch aktiv zu werden, dann komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr! Wir treffen uns an jedem zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60 in Waiblingen.

Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen!

Aktionen in Spiegelberg

Heute waren wir in Spiegelberg aktiv, da die AfD bei den vergangenen Landtagswahlen mit 21,73% der Stimmen nicht nur das stärkste Wahlergebnis im Rems-Murr-Kreis, sondern auch in ganz Baden-Württemberg erzielt hat.

Wir halten es für wichtig gerade in diesen Gemeinden des Rems-Murr-Kreises, einerseits antifaschistische Präsenz zu zeigen und andererseits klar zu machen, dass die AfD keine Lösungen zu bieten hat.

Wir haben in den Briefkästen Flyer (diesen findet ihr weiter unten) verteilt, besprühte Tapeten, Plakate der Antifascist Action- Kampagne und Wandzeitungen aufgehängt.

Auf diesem Material wurde die AfD als arbeiter:innenfeindliche Bonzen Partei entlarvt, die die Situation von uns Werktätigen nicht verbessern wird. Stattdessen verschärft sie diese noch mehr indem sie die berechtigte Wut über Entlassungen, Werksschließungen oder Kurzarbeit auf Sündenböcke, wie beispielsweise Geflüchtete umlenkt. Die AfD kann und will diese Missstände nicht lösen, stattdessen wollen sie lediglich ihre rassistische, neoliberale, chauvinistische und in Teilen offen faschistische Politik auf dem Rücken der Lohnabhängigen durchsetzen.

Wenn auch du Lust hast dich antifaschistisch zu beteiligen, dann komm zum offenen antifaschistischen Treffen Rems-Murr! Wir treffen uns an jedem zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60 i

n Waiblingen.

Antifascist Actions gegen rechte Krisenlösungen!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

76 Jahre Befreiung vom Hitlerfaschismus

Am heutigen 8. Mai haben wir mit einem Stadtrundgang durch Waiblingen unsere Freude über den 76. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus auf die Straße getragen. An der Brücke zum Beinsteiner Tor, deren Sprengung durch eine illegale Frauendemonstration verhindert wurde, hielten wir eine Blitzkundgebung ab und verteilten Flugblätter an PassantInnen. Darüber hinaus befestigten wir dort mehrere Wandzeitungen zur Information über die damaligen Ereignisse und benannten die „Lange Straße“ nach der Initiatorin der Frauendemo, Erna Frank, um. Uns war es ein wichtiges Anliegen, angesichts der historischen Ereignisse die Perspektive eines feministischen Antifaschismus sowohl in unseren Wandzeitungen, als auch in dem unten angehängtem Redebeitrag einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nachdem wir die Blitzkundgebung auf dem belebten Alten Postplatz wiederholten, fuhren wir nach Schorndorf auf den Alten Friedhof. Dort ist ein Denkmal an alle Opfer des deutschen Faschismus, an dem wir einen Kranz niederlegten und eine Andachtskerze entzündeten.

8. Mai 1945: Tag der Befreiung vom Faschismus. Heute noch: Organisiert gegen Faschismus kämpfen!

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Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, danken wir den Alliierten und insbesondere den kommunistischen Partisaneneinheiten und der Sowjetunion für die opferreiche Befreiung aus der Nazidiktatur. Trotz der Befreiung wurden in Westdeutschland bekennende Nazis in Amt und Würden gelassen und im Rahmen des Kalten Kriegs als „Gladio“-Strukturen bewaffnet.

Auch heute ist die Gefahr von rechts immer noch aktuell, fast wöchentlich werden neue braune Netzwerke in Polizei und Bundeswehr öffentlich. Gleichzeitig bekämpft der Staat antifaschistische Blockaden mit Gewalt, leitet Anzeigen und Prozesse in die Wege und inhaftiert antifaschistische Aktivist:innen. Das ist kein Zufall, denn linke und antifaschistische Bewegungen stellen den kapitalistischen Profitzwang und die daraus entstehenden rückschrittlichen Weltbilder in Frage: Rassismus, Antifeminismus und Antiziganismus und viele mehr. Im Gegensatz dazu sind Faschisten keine Gefahr für die Herrschenden, denn sie wollen den Kapitalismus auf die Spitze treiben und jegliche Kritik an ihm wie damals unter Hitler ersticken.

Gerade in den aktuellen Krisenzeiten, in denen sich rechte Kräfte wieder als Fürsprecher der kleinen Leute inszenieren wollen, können wir nur selbst und organisiert eine Gesellschaft jenseits von Faschismus und Kapitalismus erkämpfen.

Über diese Brücke befreiten am 21. April 1945 amerikanische Panzer Waiblingen vom Hitler-Faschismus. Eigentlich sollte sie gemäß der Taktik der “verbrannten Erde” gesprengt werden, eine Bestrafungsaktion der NS-Bonzen für die deutsche Bevölkerung. Erfreulicherweise schoben Waiblinger Frauen mit einer illegalen Demonstration diesem niederträchtigen Vorhaben einen Riegel vor. Als die drei Initiatorinnen gelten Erna Frank, Erna Schaal und Berta Rupp. Die Milchfrau Erna Frank hatte, inspiriert von einer ähnlichen Aktion in einer anderen Stadt, zusammen mit Nachbarinnen die Demonstration organisiert.

Um daran zu erinnern, dass auch in Deutschland mutige Menschen wie Erna Frank Widerstand gegen die braune Barbarei leisteten, haben wir die „Lange Straße“ in „Erna-Frank-Straße“ umbenannt. Der antifaschistische Kampf ist keine ausschließliche Männersache, das beweisen die vielen Widerstandskämpferinnen wie Erna Frank, Lilo Hermann oder Olga Benario. Die Faschisten wollten damals und heute noch die erkämpften Rechte der Frauenbewegung abschaffen. Frauen sollen nicht über ihre Körper, über ihren Beruf, über ihren Platz in der Gesellschaft, nicht einmal über ihre Gedanken selbst entscheiden können. Und wenn sie sich wehren, dann wird mit physischer und psychischer Gewalt ihr freier Wille gebrochen, sie werden unterdrückt bis hin zum Femizid (=Mord an Frauen).

Deshalb ist es notwendig, dass Frauen sich organisieren, dass sie im antifaschistischen Kampf sichtbar sind und dass ihre Interessen einen wichtigen Platz in der Bewegung einnehmen.

Erinnern heißt kämpfen – Am 8. Mai und allen anderen Tagen!

Werdet aktiv gegen Antifeminismus und Faschismus!

Kommt zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr!

10 Jahre Winterbacher Brandanschlag – Das System bleibt Rassistisch!

350 Antifaschist:innen versammelten sich am Samstag in Winterbach zur Gedenkdemonstration anlässlich der 10. Jährung des Nazi-Brandanschlags in Winterbach. Zur Demonstration riefen die Initiative Rems-Murr-Nazifrei! und das Bündnis Zusammen gegen Rechts Rems-Murr auf, welche im Vorfeld verschiedene Mobiaktionen durchführten und hier eine ausführlichere Broschüre zur damaligen Tat veröffentlichten. Als OAT beteiligten wir uns selbstverständlich an der Demonstration.

Frontex, Bullen, Bild-Zeitung – rassistisch ist das System!

Das Erinnern an die rassistische Hetzjagd von damals ist aus unserer Sicht auch die Thematisierung dessen, dass es sich hierbei nicht um eine isolierte Tat durchgeknallter Einzeltäter außerhalb der Gesellschaft handelte. Sondern dass die Faschisten nur rassistische Hetze und Verhältnisse in die Tat umsetzen, wie sie von verschiedenen konservativen und rechtsoffenen gesellschaftlichen Akteuren gehegt und gepflegt werden. Eine ausführlichere Auseinandersetzung damit findet ihr in unserem angehängten Flugblatt weiter unten. Um daran praktisch anzuknüpfen, entfaltete der organisiert auftretende Bereich antifaschistischer Aktivist:innen im vorderen Teil der Demo verschiedene Aktionen, die von Parolen und Durchsagen für die AnwohnerInnen ergänzt wurden.

Bereits zu Beginn der Demo passierte diese das Haus eines AfD-Mitglieds, dass augenscheinlich zuvor bereits mit Farbe markiert wurde. Die AfD ist Fortsetzerin der rassistischen und faschistischen Propaganda der NPD, die zum Zeitpunkt des Brandanschlags im Rems-Murr-Kreis über gefestigte Strukturen und mit der Linde über ein Logistik-, Vernetzungs- und Schießübungszentrum verfügte. In diesem Umfeld verkehrten die Täter der Nacht des 10. Aprils 2011 häufig. Im Unterschied zur NPD hat die AfD noch nicht den durchgehend gesellschaftlichen Ruf, der ihren Taten gerecht wird: Eine Organisation mit Faschisten in Schlüsselpositionen, die rechten Terroristen wie in Halle und Hanau die Zielscheiben für ihre Morde liefert und immer mehr die Zusammenarbeit mit gewalttätigen Faschisten auf der Straße, wie zuletzt in Schorndorf, Chemnitz oder Leipzig sucht. Darum heißt gegen Rassismus zu kämpfen, die AfD zu bekämpfen.

Im Vorhinein wurde bereits am Rathaus eine Plakette angebracht, um an alle Opfer rassistischer Gewalt zu erinnern. Gleichzeitig wollten wir auch ein Zeichen setzen, um die Notwendigkeit uns gegen die Faschisten zu organisieren dauerhaft im Stadtbild zu verankern.

An einer Grünfläche wurden Schilder im Boden befestigt, die die Verstrickungen von Polizei, Militär und Geheimdienst in faschistische Strukturen aufzeigen. Gerne wird für die Bekämpfung des Faschismus auf unseren sogenannten Rechtsstaat verwiesen. Doch dieser Staat und seine Institutionen sind durchsetzt von Rechten. Fälle wie die des NSU 2.0, der Daten aus einem Hessischen Polizeicomputer bezogen hatte, oder des Berliner Staatsanwalts, der jahrelang Rechtsterroristen deckte, zeigen das immer wieder aufs Neue auf. Darum ist für uns klar: der Kampf gegen den Faschismus muss nicht mit, sondern gegen diesen Staat und seine Organe geführt werden.

Im weiteren Verlauf wurden aus der Demo heraus Schilder mit Namen der Opfer rassistischer Morde durch Nazis und in Polizeigewahrsam hochgehalten, untermalt vom Abbrennen mehrerer Rauchtöpfe. Am Ort der Schlusskundgebung angekommen gab es erneut eine kurze Choreographie dazu.

Für uns war es wichtig, trotz oder gerade wegen des Gedenkcharakters der Demo, einen kämpferischen und antikapitalistischen Ausdruck zu haben. Denn die unzähligen rassistischen Morde und Gewalttaten, sowie die Teilnahme der Sicherheitsorgane durch aktive Verstrickung oder passives Verschleiern und Kleinreden macht uns nicht nur traurig, sondern auch wütend. Außerdem wollten wir unsere Kernaussage des Tages mit diesen Aktionen unterstreichen: Rassismus in Deutschland wird von diesem Staat nicht bekämpft. Er geht von ihm aus, denn er ist untrennbarer Bestandteil dieses kapitalistischen Systems. Der erfolgreiche Kampf gegen Rechts kann darum nur im Widerspruch zum Staat, mit anderem Wort militant geführt werden. Diese Haltung führt nicht zwangsläufig zu Abstrichen in der Breite an genauso teilnehmenden Organisationen. Im Gegenteil, die unterschiedliche Verortung der über sieben Redner:innen in verschiedenen Spektren der antifaschistischen Bewegung zeugt davon.

Wenn auch du Interesse an kämpferischen Gedenkaktionen hast oder dich gegen rechte Umtriebe im Rems-Murr-Kreis einbringen willst, dann komm zu unserem Offenen Antifaschistischen Treffen am kommenden Dienstag, dem 13. April um 19 Uhr! Schreib uns dafür einfach eine Nachricht per Mail, Facebook oder Instagram!

Staat und Nazis Hand in Hand – Unsere Antwort Widerstand!

 

Frontex, Bullen, Bildzeitung:
rassistisch ist das System!

In der Nacht vom 9. auf den 10. April 2011
überfiel eine Nazigruppe neun Migranten
auf einem Gartengrundstück in Winterbach.
Nach Schlägen, Tritten, einer mörderischen
Hetzjagd und einem Brandanschlag konnten
die Betroffenen in letzter Sekunde ihr Leben
retten. Es ist kein Zufall, dass eine Gruppe
Nazis eine solche Hetzjagd im Rems-Murr-
Kreis durchführen konnten. Die Naziszene
konnte bei uns starke Wurzeln schlagen und
zu oft unbehelligt agieren.

Doch woran liegt das?
Und wie kommt es zu Anschlägen, wie dem
in Winterbach? Organisierte Nazigruppen
und deren Gewalttaten können nicht isoliert
von den Grundzügen des über die Gesellschaft
herrschenden Staates betrachtet
werden. Sie stehen nicht außerhalb der Gesellschaft
und haben mehr mit „der Mitte“
gemeinsam, als es die bürgerliche Presse
oder konservative PolitikerInnen darstellen
wollen. Die Verstrickungen von Naziszene,
rechten Netzwerken in Polizei, Bundeswehr
und Justiz zeugen schon lange davon. Es
ist derselbe Rassismus, der in Medien wie
der Bildzeitung propagiert wird, der Nazis
zur Tat schreiten lässt. Damals war es die
Hetze gegen „die Pleitegriechen“, heute ist
es das bewusste Totschweigen der Morde
im Mittelmeer und vor den Zäunen der
EU-Grenzen.

Wo treffen wir auf Rassismus?
Es ist der selbe Rassismus, der tagtäglich
in den Parlamenten verbreitet wird – und
zwar nicht nur von der AfD – und zu rassistischer
Gewalt im Alltag führt. Es ist derselbe
Rassismus der in Zeitungen und Talkshows
verbreitet wird – über Geflüchtete, über
„Shishabars“, über „Ausländerkriminalität“
– der Nazis zur Tat treibt. Es ist der selbe
Rassismus der Europäischen Union und
ihrer Einwanderungspolitik, der Innenminister,
welche sich über Bekämpfung von
„Clankriminalität“ profilieren und rassistische
Polizeigruppen als Einzelfall abtun. Bei
Korruption, Maskenaffairen und Steuerhinterziehung
von Konzernen wird politisch, juristisch
und medial mit einem ganz anderen
Maß gemessen.

Wer profitiert davon?
Dieser Staat braucht Rassismus um zu existieren,
und dieser Staat bringt Rassismus
hervor. Er kann niemals Verbündeter im
Kampf gegen Rechts sein. Der Unwille bei
Polizei und Staatsanwaltschaft, den Winterbach-
Anschlag lückenlos aufzuklären,
bestätigt das auf traurige Weise. Rassismus
hat einen gewaltigen wirtschaftlichen und
politischen Vorteil für die Nutznießer des
Systems, weil mit diesem Hebel die ArbeiterInnenklasse
gespaltet wird. Wer seine
systematische Benachteiligung „den Ausländern“
in die Schuhe schieben kann, wird
das kapitalistische System nicht hinterfragen,
geschweige denn sich gegen es auflehnen.
Denn Schuld ist ja nicht das System
und deren Repräsentanten – der Abteilungsleiter,
der Manager, der Chef – sondern der
Kollege, der Nachbar oder der Passant auf
der Straße, der eine andere Hautfarbe hat
als man selbst oder einen ausländisch klingenden
Namen. Die Kapitalisten wollen mit
die Bewusstseinsbildung in unserer Klasse
verhindern, dass sie mit den KollegInnen in
den Fabriken und Krankenhäusern anderer
Länder einiges mehr verbindet als mit den
Chefetagen des eigenen Betriebs.

Was können wir vor Ort tun?
Gerade in ländlichen Gebieten, wie dem
Rems-Murr-Kreis müssen wir besonders
wachsam sein, denn hier ist unsere Klasse
sowieso schon zersplittert. In Kleinbetrieben
werden vermeintlich „deutsche“ Teile
der Belegschaften gegen vermeintlich ausländische
ausgespielt. In Gemeinderäten
und der Kommunalpolitik wird ein kleinbürgerlicher
und konservativer Wertekanon
gepflegt und gegen jeden gehetzt der nicht
ins Bild des braven, dankbaren Arbeitnehmers
passt. Nicht nur klar faschistischeParteien wie NPD oder AfD prägen dieses
Weltbild, auch bürgerliche Parteien wie die
CDU profitieren von diesem systematischem
Rassismus. Letztere vertreten erkennbar in
Angelegenheiten des Gesundheitsschutz
oder auch Tarifauseinandersetzungen die
Profitinteressen der großen Konzerne und
nicht den Willen der Mehrheit der Menschen
in Deutschland.
Drehen wir also gemeinsam den Spieß um:
Lasst uns organisiert mehr kämpferische
und kreative Aktionen wie heute in Winterbach
gegen Nazis und Rassisten entfalten!
Erteilen wir den profitgierigen Chefetagen
und ihren ewiggestrigen Freunden in der
Politik eine klare Absage ihrer Spaltungsversuche!
Lasst uns gemeinsam Grundsteine
legen für eine lebenswerte Zukunft in
einer Gesellschaft frei von Rassismus, Faschismus
und Kapitalismus!

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