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Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

Autor: admin Seite 1 von 4

Unangemeldete Spontankundgebung nach rassistischem Terroranschlag

Einen Tag nach dem rassistischen Massaker in Hanau (Hessen) nahmen wir uns gemeinsam mit 30 AntifaschistInnen spontan und unangemeldet die Straßen Waiblingens. In Hanau ermordete ein rechter Verschwörungstheoretiker unter anderem in einer Shishabar neun Menschen, anschließend seine Mutter und sich selbst. Im Internet veröffentlichte der Täter seit einiger Zeit Videos, in denen er unter anderem zu Gewalt gegen MigrantInnen aufrief, da sie eine „Bedrohung für die deutsche Bevölkerung“ seien. Deutschlandweit gingen in über 40 Städten AntifaschistInnen auf die Straße, um gegen den zunehmenden faschistischen Terrorismus zu protestieren. Denn vor kurzem wurde die Existenz einer neuen Terrorzelle namens „Gruppe S“ öffentlich, welche bereits konkrete Pläne für Attentate auf über 10 Moscheen ausgearbeitet hatte. Gegründet hatte sie sich auf einem Grillplatz in der Nähe von Alfdorf hier im Rems-Murr-Kreis.

Beginnend mit einer Kundgebung am Waiblinger Bahnhof, informierten wir PassantInnen und Bahnreisende mit Megafondurchsagen und tagesaktuellen Flyern. Dabei erhielten wir viele positive Rückmeldungen und Applaus. Im Anschluss daran zogen wir in Richtung Alter Postplatz, wobei wir am griechischen Restaurant „Cavos“ vorbeikamen. Dort sollte am gleichen Abend eine sogenannte „Alternative Runde“ des AfD-Ortsverband Waiblingen-Fellbach stattfinden. Die AfD markiert nämlich ganz bewusst Ziele für faschistische Terroristen: Ihre Hetze gegen MigrantInnen, Muslime oder politische Gegner in den Parlamenten und auf ihren Hetzveranstaltungen bereitet den Boden für Morde wie in Hanau, Halle oder Kassel. Wir forderten den Besitzer dazu auf, die Bewirtung zu beenden, der AfD keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen und seine Gäste dazu auf, das Lokal nicht mehr zu besuchen, bis sich der Wirt öffentlich von der rechten Partei distanzierte. Gleichzeitig hinterließen wir Plakate an der Fassade des Restaurants und in der unmittelbaren Umgebung der Gaststätte, um PassantInnen und mögliche Gäste zu informieren. In einem Gespräch distanzierte sich der Wirt zunächst davon und gab an, dass er die AfD nicht mehr bewirte. Wir machten ihm klar, dass wir bis zu einer öffentlichen Distanzierung sein Restaurant genauer beobachten und sollte sich die AfD erneut dort einquartieren, wir sie mit antifaschistischem Protest konfrontieren werden. Danach zogen wir weiter zum Alten Postplatz, wo wir erneut WaiblingerInnen und PassantInnen informierten und anschließend den Protest beendeten.

Am Ende des Abends ist die die TeilnehmerInnenzahl von 30 AntifaschistInnen bei den gänzlich unangemeldeten Kundgebungen ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist wichtig, sich bei spontanen Anlässen selbstbestimmt die Straße zu nehmen, viele Menschen aufzuklären und zum Aktiv werden gegen Faschismus und rechte Hetze aufzufordern. Die vielen Statements vom ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Maasen bis hin zum „Sozialdemokraten“ Gabriel zeigen, was wir von bürgerlichen Politikern in Sachen Kampf gegen rechten Terror zu erwarten haben: Die Bekämpfung des antifaschistischen Widerstandes.

Staat und Nazis Hand in Hand – Organisiert den Widerstand!

Willst du etwas gegen den rechten Terror oder die AfD tun?
Dann komm zum Offenen Antifaschistsisches Treffen Rems-Murr!
Wir treffen uns immer am zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60.

 

Am 23. Februar nach Pforzheim!

Erneut wollen Faschisten am 23. Februar auf den Wartberg in Pforzheim gehen, um ihre jährliche Fackelmannwache abzuhalten und dabei die Geschichte in ihrem Sinne zu verdrehen.

Wie in den letzten Jahren auch, werden wir mit vielen AntifaschistInnen aus ganz Baden-Württemberg das Treiben der Faschisten stören!

Dafür treffen wir uns um 15:45 am Bahnhof Waiblingen (beim Kiosk), um gemeinsam nach Pforzheim zu fahren!

Es wird auch schon kräftig darauf mobilisiert. Hier ein Artikel gefunden auf Indymedia.

Aufruf

…Weil’s notwendig ist!
Entschlossen gegen Nazis und solidarisch gegen Repression.

Solidarische Prozessbegleitung
Termine:
22. Januar 2020
.. und am 23. Februar 2020 auf die Straße gegen die Nazi-Fackelmahnwache in Pforzheim

Die Region um Pforzheim, genauso wie die Stadt selbst, ist seit Jahren als Nazihochburg bekannt. Regelmäßig finden rechte und faschistische Veranstaltungen unterschiedlichster Art in und um Pforzheim statt. Ob Wahlkampfveranstaltungen der „AfD“, Demos von „Die Rechte“ wie im vergangenen Frühjahr, geheime Rechtsrock-Konzerte, Brandanschläge auf Geflüchtetenunterkünfte und Angriffe auf MigrantInnen– alles, was die rechte Szene bundesweit zu bieten hat, ist auch hier zu finden.
Da verwundert es kaum, dass die „AfD“ bei den Landtagswahlen 2016 mit über 24 % in Pforzheim ihr landesweit stärkstes Ergebnis erzielt hat.

Wie auch an anderen Orten zu beobachten, ziehen die Rechten ihre Stärke aus einer Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren. In Pforzheim erfüllt unter anderem der „Freundeskreis ein Herz für Deutschland e.V.“ eine wichtige Vernetzungsfunktion für FaschistInnen aus unterschiedlichen Zusammenhängen. Ob „AfD“, „NPD“, „Die Rechte“, „Identitäre Bewegung“ oder sogenannte „freie Kameradschaften“- sie alle kommen am 23. Februar zur traditionellen Nazi-Fackel-Mahnwache auf dem Wartberg. Dort inszenieren die Rechten jährlich anlässlich der Zerstörung Pforzheims im Zweiten Weltkrieg ein Gedenken. Dabei klammern sie ganz bewusst die Verbrechen des deutschen Faschismus, genauso wie die Kriegsschuld der Deutschen, aus und versuchen so, durch die Täter-Opfer-Umkehr die deutsche Geschichte umzudeuten und ihr menschenverachtendes Gedankengut zu legitimieren.

Das Erstarken der Rechten im Parlament und auf der Straße, das wiederholte Bekanntwerden rechter und faschistischer Strukturen, die sich paramilitärisch aufstellen und „Todeslisten“ anfertigen, Verstrickungen von Nazis, Polizei, Militär und Geheimdiensten oder die Verschärfungen der neuen Polizeigesetze, die hier in Baden Württemberg von der Landesregierung durchgesetzt wurden: An vielen Stellen wird der Rechtsruck, von dem wir seit Jahren sprechen, deutlich und spürbar. Der Anschlag in Halle und der Mord an Walter Lübcke verdeutlichen nur ein weiteres Mal die offensichtliche Bereitschaft von Faschisten zur Waffe zu greifen und zu morden.

Gleichzeitig reicht bereits das kleinste Engagement linker AktivistInnen, um für Nichtigkeiten abgestraft zu werden.
Diese Repression gegen verschiedene linke und antifaschistische Organisationen hat viele Gesichter und reicht von der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN über hohe Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen für aktive AntifaschistInnen. Staat und Justiz lassen keine Zweifel daran, auf wessen Seite sie stehen und wer mit aller Härte bekämpft wird. Die Nazis sind es nicht.

So werden im Frühjahr 2020 drei Antifaschisten erneut in Pforzheim vor Gericht stehen. Ihnen wird vorgeworfen, 2015 in eine Auseinandersetzung mit Nazis, u.a. Fabian Köters, seineszeichens
jahrelanger Naziaktivist vom „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“, sowie Mitglied von „Die Rechte“ und Organisator rechter Veranstaltungen in der Region– beteiligt gewesen zu sein.
Für die Nazis, die unterwegs zu einer rechten „Kargida“-Kundgebung waren, war die Zugfahrt nach kurzer Auseinandersetzung schnell wieder beendet.
Gleichzeitig wurden die Aussagen der Nazis zum Anlass genommen, um die drei Antifaschisten erstinstanzlich zu Knaststrafen zu verurteilen.

Eines ist klar: Naziprobleme werden nicht allein durch Reden und Flaggezeigen gelöst, vielmehr müssen die Rechten ganz konkret in ihrem Handeln eingeschränkt werden.
Entschlossenen antifaschistischen Protest und handfesten Widerstand müssen wir selbst organisieren!

Wer sonst sollte das in die Hände nehmen?
Die Stadt Pforzheim, die ihr offensichtliches Naziproblem kleinredet und weit weg vom Berg und den Nazis Gedenken organisiert?
Die CDU, die, wenn es hart auf hart kommt, nicht vor einer Koalition mit einer faschistischen Partei, der AfD zurückschrecken wird?
Staat und Polizei, die AntifaschistInnen kriminalisieren und gleichzeitig selber in rechte Machenschaften verstrickt sind?

Wenn wir es nicht selbst tun, wird es niemand tun.
Es liegt in unserer Verantwortung!
Den antifaschistischen Widerstand organisieren!
… weil’s notwendig ist!

Die Termine der Gerichtsverhandlungen sowie alle weiteren Infos zu Anreisen, Treffpunkte, Veranstaltungen findest du auch unter: nichtlangefackeln.tk. https://nichtlangefackeln.wordpress.com/
Achtet auf weitere Ankündigungen!

Aktionskarten sind online: 

Gemeinsam gegen den AfD-Landesparteitag!

Am 15. Februar findet in der Kongresshalle Böblingen der Sonderparteitag des AfD-Landesverbandes statt, bei dem die rechten Hetzer ihren seit längerer Zeit stattfindenden innerparteilichen Machtkampf lösen wollen. Kommt deshalb zu den Gegenprotesten nach Böblingen und macht der AfD klar, dass sie weder in Böblingen noch sonst wo erwünscht sind!

Dafür treffen wir uns am Samstag, den 15.2, um 7:15 Uhr am Bahnhof Waiblingen, um gemeinsam zu den Protesten zu fahren!

Proteste bei Revisionsprozess von Rassisten Teil 2

Am heutigen Donnerstag, den 19. Dezember 2019, fand die zweite und vorerst letzte Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht rund um die Thematik der faschistischen Pseudo-Gewerkschaft statt. Wir begleiteten, wie auch vor zwei Wochen, den Prozess mit Protesten gegen die Faschisten.

Wieder haben wir uns ab 7 Uhr mit etwa 30 Leuten vor dem Gerichtsgebäude in der Stuttgarter Innenstadt getroffen. Diesmal wurde der Kundgebungsort aus „Sicherheitsgründen“ vom Ordnungsamt um wenige Meter verlegt. Ein massives Bullenaufgebot und großräumige Hamburger-Gitter-Absperrungen erwarteten uns bereits am frühen Morgen. Noch bevor die Presse und mehr Leute zur Kundgebung kamen, lungerten die Bullen in mitten unseres knapp bemessenen Kundgebungsplatzes herum und konfiszierten über 20 Fahnen, Hochtransparente, Schilder und Stangen. Im Anschluss machten sich durch penibles Vermessen der einzelnen konfiszierten Stöcke nach der Beschlagnahmung lächerlich. Damit machten die Bullen von Anfang deutlich, dass sie unseren Protest einschränken und verfolgen wollen.

Ab 9 Uhr kamen deutlich mehr Leute zur Kundgebung. Die Redebeiträge zeigten die Breite des anwesenden Spektrums auf: Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region, Offenes Antifaschistisches Treffen Rems-Murr, Initiative Klassenkampf Stuttgart, katholische Betriebsseelsorge, ein IG Metall Betriebsrat aus dem Daimler-Werk Untertürkheim, eine Betriebsrätin von Mahle, eine Betriebsrätin von Stihl sowie ver.di Stuttgart. Zudem schlossen sich einige SekretärInnen weiterer DGB Gewerkschaften der Kundgebung an, sodass die Kundgebung auf etwa 150 TeilnehmerInnen anwuchs.

Ab 10 Uhr begann man damit, den Gerichtssaal zu füllen, bei dessen Zugang es penible Körperkontrollen gab und selbst Stifte und Papier beschlagnahmt wurden.

Ein Justizbeamter der „Stuttgarter Sicherheitsgruppe der Gerichte und Staatsanwaltschaften“ (SGS), der die Kontrollen und Überwachung koordinierte, trug an seinem Schlüsselbund offen einen Anhänger mit dem Wehrmachtsspruch: „Klagt nicht, kämpft!“.

Parallel dazu wurden die Nazi-Kader von „Zentrum Automobil“ aus Richtung Börsenplatz entlang des Gerichtsgebäudes eskortiert und dann unter Protesten in den Verhandlungssaal geschleust. Anwesend waren auf gut deutsch die Top 10 der Zentrum Betriebsratsliste, sowie der EinProzent-Filmemacher Simon Kaupert und der wirre Anti-Antifa-Youtubeaktivist Michael Stecher. Unter den Nazis im Zuschauerraum waren: Oliver Hilburger, Christian Schickardt, Thomas Scharfy, Andreas Brandmeier, Vidoje Anićić, Hans Jaus, Ingo Thut und der bärtige Langhaar-Nazi Ziegler.

Die Verhandlung begann im Vergleich zum letzten Prozess relativ pünktlich um kurz nach 11:30 Uhr. Der gekündigte Rassist Joachim Schmauder verstrickte sich bei seinen Geschichten in weitere Widersprüche und wirre Theorien. Beispielsweise erklärte er, dass manche der Nazi-Bildchen jemand anderes von seinem Handy verschickt haben müsse und erzählte von seinem Verzicht auf Potenzmittel aufgrund seiner Blutdruckprobleme. Woher er die Nazi-Bildchen habe, wollte er nicht sagen und verschwieg auch, dass er Mitglied in einer WhatsApp-Gruppe namens „Germanenkrug“ ist.

Die Vertreter von Südwestmetall sowie der Personalabteilung von Daimler, versuchten vor Gericht den Automobilkonzern in ein gutes Licht rücken und sich als die verdienstvolle Antirassisten darstellten. Heute waren sie vor Gericht zwar Kontrahenten der Rassisten, letztlich profitieren sie als Vertreter der Kapitalseite zu oft, etwa bei Arbeitskämpfen, von der Spaltung der Belegschaft.

Nach etwa 3,5 Stunden war die Verhandlung zu Ende. Anscheinend wurde während der Verhandlungszeit das geparkte Auto des Faschisten Simon Kaupert kaputt gemacht.

Wie auch beim Prozess vor 2 Wochen, bestätigte das Landesarbeitsgericht die Rechtmäßigkeit der Kündigung der Rassisten. Während wir eine kurze Abschlusskundgebung abhielten, wurden die Faschisten weiterhin im Gerichtsgebäude gehalten und zogen sich nach kurzem Herauskommen gleich wieder zurück.

Nach Beendigung der Kundgebung formierte sich eine spontane Demo auf eine Hauptstraße der Stuttgarter Innenstadt. Nach ca. 200 Metern kesselten BFE-Trupps die Demo ein und ließen die Antifas, GewerkschafterInnen und KollegInnen nach kurzer Zeit vereinzelt gehen.

Kurzes, erstes Fazit

Die Faschisten von „Zentrum Automobil“, konnten mit der Prozessbegleitung der beiden Rassisten keinen Schritt nach vorne machen. Lediglich ein Propagandavideo, das im Vorhinein veröffentlicht wurde, ging viral. Es sind ausschließlich Funktionäre von „Zentrum Automobil“ zu den Prozessen gekommen, sie mussten sich vor antifaschistischen Protesten hinter den Bullen verstecken und haben auch juristisch auf allen Instanzen verloren.

Die verschiedene Gliederungen der Gewerkschaften und Teile der Daimlerbelegschaft konnten mit der antifaschistischen Bewegung verschiedener Landkreise eine gute Zusammenarbeit entwickeln und Kontakte vertiefen.

Daran gilt es in Zukunft anzuknüpfen und die klassenkämpferische Arbeit in den Betrieben und den antifaschistischen Kampf noch mehr zu vereinen.

Hier eine ausführlichere, inhaltliche Auseinandersetzung mit Zentrum Automobil und den Konzepten rechter und faschistischer Betriebsarbeit:

https://antifaschistische-perspektive.org/2019/12/12/broschuere-rechte-b…


Quelle: Indymedia

AntifaschistischInnen, GewerkschafterInnen und KollegInnen gemeinsam gegen „Zentrum Automobil“

Worum geht es eigentlich?

Vor rund zwei Jahren wurde ein Vertrauensmann mit Migrationshintergrund der IG-Metall vom Daimler-Werk in Untertürkheim mit rassistischen Bildern per Whatsapp und weiteren Drohungen gegen ihn und seine Familie gemobbt und angegriffen. Der Vertrauensmann meldete das irgendwann seinem Vorgesetzten, die beiden Rassisten wurden daraufhin gekündigt. Die rechte Pseudogewerkschaft „Zentrum Automobil“ startete eine professionelle Medienkampagne, in der die beiden gekündigten Rassisten als Opfer dargestellt wurden. Dabei bekommt Zentrum u.a. Hilfe von dem rechten Medienmenschen Simon Kaupert vom rechten Finanzierungsprojekt „Ein Prozent für unser Land“. Ziel dieser Kampagne ist gegen die IG-Metall zu polemisieren und eine Angstwelle zu erzeugen vor sogenannten political correctness- bedingten Kündigungswellen. Einen guten Überblick über die Vorgänge bei Daimler bietet das Video von ReportMainz. „Zentrum Automobil“ wird geführt von Oliver Hilburger, bis 2008 Gitarrist der Blood&Honour Band „Noie Werte“, deren Songs der NSU schon für sich genutzt hat. Er ist Schlüsselfigur in Vernetzungen zwischen „Zentrum Automobil“, der AfD und dem Compact-Magazin. Hinzu kommt, dass die rechte Pseudogewerkschaft im Daimler-Werk Untertürkheim als bundesweites Pionierprojekt für rechte Betriebsarbeit fungiert.

Was gestern passiert ist…

Die beiden Rassisten haben gegen ihre Kündigung geklagt. Die Kündigung wurde erstinstanzlich bestätigt, gestern fand vor dem Landerarbeitsgericht der Revisionsprozess von einem der beiden Kläger statt. Formell war das also ein reiner Verwaltungsakt. Doch für uns und antifaschistische GewerkschafterInnen und KollegInnen aus Untertürkheim war klar, dass wir diesen Prozess politisch begleiten wollen.

Um 7 Uhr fanden sich schon rund 60 Menschen zusammen, um sicherzustellen, dass wir die ersten sind, die den Gerichtssaal füllen, sodass keine Faschisten beim Prozess anwesend sein können. Das ist uns auch gelungen, da wir die knapp zehn Nazis gemeinsam blockiert haben, sodass diese erst ins Gebäude konnten, als schon alle Plätze im Gerichtssaal belegt waren. Während der Blockaden kam es zu einigen Eierwürfen auf die Faschisten. Obwohl die Polizei gegen Ende der Blockade einiges an Pfefferspray eingesetzt hat, konnten die Nazis auch körperlich bedrängt werden. Lediglich ein verschüchterter Oliver Hilburger saß verloren im Saal rum,außerdem der rechte Kläger, seine Frau und sein Anwalt. Mit einer halben Stunde Verspätung, da der rechte Kläger ebenfalls blockiert wurden, begann der Prozess um 11.30 und endete um 16.30 mit der Urteilsverkündung, welche die Kündigung des Rassisten bestätigte. Insgesamt beteiligten sich über den Tag hinweg rund 200 Menschen an der Begleitung dieses Prozesses.

Alles in allem war es ein schlechter Tag für die Nazis, unangenehmer und erfolgsloser hätte der Tag kaum für sie ausgehen können. Für uns war der Tag auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, wenn wir davon sprechen, antifaschistische Zusammenarbeit mit GewerkschafterInnen zu intensivieren und antifaschistische Arbeit im Betrieb mehr in den Alltag zu integrieren.

Wie geht es weiter?

Gestern war der erste von zwei Prozesstagen, da gestern die Klage von einem der zwei Rassisten verhandelt wurde. Am 19.12. geht es um den Zweiten – „Zentrum Automobil“ wird sich nach ihrer heutigen Pleite sicherlich eine andere Strategie für den Tag überlegen und wir können am Donnerstag in zwei Wochen an gestern anknüpfen. Im Laufe der nächsten Woche werden weitere Informationen zu Treffpunkt und Planungen für den Tag verbreitet werden, seid aufmerksam und kommt am 19.12. zu den Protesten gegen die Nazis und zu der Begleitung des zweiten Prozesses!

Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region

Fluchtdemo 07.12 – Für eine Welt, in der niemand fliehen muss – Zeit zu Handeln

Am 07.12 findet in Stuttgart die Fluchtdemo statt. Wie auch schon letzes Jahr wollen wir uns beteiligen und aufzeigen, dass Kriege von Deutschland ausgehen und dementsprechend auch hier bei uns gestoppt werden müssen. Auf der Demo wollen wir uns dem antikapitalistischem Block anschließen. Den Aufruf zum Antikapitalistischem Bereich findet ihr hier. Der allgemeine Aufruf zur Demo ist angehängt.

Unsere gemeinsame Anfahrt: 13:30 Waiblingen Bahnhof (S2 – 13:40)


Passenderweise haben sich am Dienstag einige AntimilitaristInnen außerdem an der Gegenkundgebung der DFG-VK gegen das Bundeswehrkonzert in der Lutherkirche in Felbbach beteiligt. Dort konnten wir nochmal kräftig Werbung für die Fluchtdemo machen, PassantInnen informieren und den Eingang kurzzeitig symbolisch mit einem Transparent blokieren. Anschließend sind wir kurzzeitig in die Lutherkirche gegangen um dort die Zuhörenden und die Bundeswehr direkt mit unserem Protest konforntieren.



Für eine Welt, in der niemand fliehen muss – Zeit zu Handeln

In Deutschland leben wir mit einem Gefühl von Frieden. Wir können ohne Furcht im Schlossgarten spazieren gehen oder entspannt mit Freund*innen am Feuersee feiern. Zur selben Zeit werden in 28 Ländern Kriege oder bewaffnete Konflikte geführt. Allein der Konflikt in Syrien hat 2017 mehr als 400 000 Tote gefordert. Opfer sind vor allem Zivilist*Innen – Menschen wie du und wir. Kriege und ihre Folgen treiben heute mehr als 70 Millionen Menschen in die Perspektivlosigkeit. Sie müssen ihr Zuhause verlassen. Die Ursachen für hunderttausende Tote und noch mehr Menschen auf der Flucht wir oft in den Planungsbüros deutscher Politik und Wirtschaft.
Krieg als Fluchtursache „Made in Germany“:
  • steigende Rüstungsausgaben: der zweitgrößte Posten im deutschen Bundeshaushalt.
  • skrupellose Bereicherung im Waffengeschäft: 2018 haben deutsche Rüstungsfirmen Waffen für 6,42 Mrd. Euro verkauft.
  • Ausbeutung der lokalen Lebensgrundlagen: profitgetriebene Privatisierungen, Ausbeutung von Boden, Rohstoffen und Arbeitskräften sowie Export hochsubventionierter Agrarprodukte.
  • wirtschaftliche Sanktionen und erzwungene „Regime Changes“ zur globalen Machterhaltung.
  • indirekte Unterstützung der türkischen Invasion in Rojava (Nordysrien): deutsche Waffen wie der Leopard II Panzer, sowie deutsche Tornado Aufklärungsflugzeuge im Einsatz.

Neben der Zerstörung von Land und Menschen ist der Krieg auch eine ökologische Katastrophe. Die Militärs zählen zu den größten Umweltverschmutzern der Welt. Ihre Todesmaschinerie erzeugt Milliarden Tonnen von Treibhausgasen und trägt so zum Klimawandel bei. Zusätzlich verseuchen Unmengen Schadstoffe die Gewässer und Böden, was ganze Regionen langfristig unbewohnbar macht. Der Klimawandel zwingt viele tausend Bewohner der Südsee schon jetzt, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen.

Kriege verfolgen nicht, wie behauptet, die Durchsetzung humanitärer Werte, sondern den Erhalt und Ausbau globaler Machtpositionen. Es sind Krieg, Armut und Hunger, die Menschen dazu zwingen, ihr Zuhause ohne Gepäck zu verlassen. Flucht findet statt, wenn Menschen ihrer Existenzgrundlage beraubt werden oder ihres Lebens nicht mehr sicher sind.

Die deutsche Politik pfleft eine heuchlerische Doppelmoral: Keine Grenzen für Waffen, Handels- und Geldströme bei gleichzeitiger Abschottung „nicht verwertbarer“ Menschen. Dies bedeutet die Abkehr von allen humanitären Werten. Die großen Gewinner dieser Politik sind deutsche Unternehmen, die mit Waffenhandel, billigen Arbeitsplätzen und der Zerstörung der Umwelt fette Profite einfahren. Seit Anfang 2014 sind laut UN durch Abschottung mindestens 13 000 Menschen auf der Flucht im Mittelmeer umgekommen. 2019 könnte das bereits sechste Jahr in Folge mit mehr als 1000 Toten werden.

Stell dir vor, wir hätten die letzten Jahrzehnte die astronomischen Ausgaben für Rüstung und Krieg (Deutscher Verteidigungshaushalt 201: 43,2 Milliarden Euro) zur Lösung humanitärer Probleme dieser Welt einsetzen können, z. B. für die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser und ausreichend Nahrung, für den Erhalt der Umwelt, für die Entwicklung notwendiger Medikamente oder für den globalen Zugang zu Bildung. Doch statt auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen, betreibt die deutsche Regierung eine Politik für die Profite weniger Banken und Konzerne.

Wir müssen jetzt gemeinsam und solidarisch auf die Straße gehen: für eine Welt, in der niemand fliehen muss – für eine Welt in Frieden und ökologischer, sozialer Gerechtigkeit!

Kommt am 07. Dezember 2019 um 14:00 Uhr zur Demonstration!
Auftaktkundgebung ist in der Lautenschlager Straße, Stuttgart.

Veranstaltung am 20. November: Was tun im Betrieb gegen Rechts?

Vor einigen Monaten beim Daimlerkonzern: Zwei langjährige Mitarbeiter beleidigen auf rassistische Art und Weise über Monate einen Kollegen mit Migrationshintergrund. Sie schikanieren ihn mit extrem rechten Bildern bei Whatsapp und bedrohen sogar seine Familie. Irgendwann reicht es dem Betroffenen und er meldet die Vorkommnisse bei seinem Vorgesetzten. Die Vorwürfe lassen sich leicht belegen, die beiden Hetzer verlieren ihren Job. Er rechnet damit, dass nun alles vorbei ist, aber es kommt ganz anders.
Denn die beiden Rassisten haben einen Verbündeten an ihrer Seite, der keine Kosten und Mühen scheut, um die Vorfälle zu verdrehen und zu verharmlosen. Dieser Verbündete ist Oliver Hilburger, Führer der rechten Pseudogewerkschaft Zentrum Automobil. Er lässt ein aufwendiges Propagandavideo produzieren, das die beiden Rassisten als unschuldig darstellt. Laut dem faschistischen Streifen seien „ein türkischer Vertrauensmann und die durch und durch korrupte IG Metall“, die im Stil der Mafia im Hintergrund die Fäden ziehe. Doch Hilburger ist nicht alleine: aus allen Ecken der braunen Bewegung wird das Stuttgarter Betriebsprojekt um Hilburger gefeiert und unterstützt. Es scheint so, als ob nach dem Versuch die Deutungshoheit auf der Straße, in den Medien und Parlamenten jetzt auch um die Vorherrschaft im Betrieb gekämpft werden soll.

Warum investiert der ehemalige Co-Bandleader einer Naziband, die den Soundtrack für die Videos des NSU lieferte, soviel Energie in die Verteidigung von zwei Rassisten? Warum schießt Zentrum Automobil so scharf gegen die IG Metall, nicht aber gegen die Konzernführung? Welche Rolle spielen Akteure wie 1Prozent für Deutschland oder Björn Höckes AfD-Flügel in all dem? Womit ist in der Region Stuttgart zu rechnen, in der es in Waiblingen oder Sindelfingen bereits Zentrums-Ableger gibt? Und vor allem: Was können wir dieser Rechtsentwicklung entgegensetzen?

Auf Einladung des Zusammen gegen Rechts Bündnis diskutieren das:

Ein Vertreter der IG Metall, ein Antifaschist, ein Betriebsrat von Daimler Mettingen

Einlass ab 18:30 Uhr. Personen, die rechten Organisationen zugehörig sind oder rechtes Gedankengut durch T-Shirts, Flugblätter und ähnlichem Propagieren, sind von der Einladung ausgenommen und werden der Veranstaltung verwiesen.

Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/2477092552531050/

Gedenkkundgebung zum 9. November in Welzheim

Anlässlich des 81. Jahrestags der faschistischen Pogromnacht kamen vor dem ehemaligen KZ in Welzheim – darunter viele WelzheimerInnen – ca. 30 Menschen zusammen, um der Opfer der faschistischen Diktatur zu gedenken. Die Kundgebung unter dem Motto „Erinnern heißt kämpfen“ verlief reibungslos und knüpft damit an das gelungene Gedenken im vorherigen Jahr an.
Während der Gedenkkundgebung thematisierten wir in unserem Redebeitrag den historischen Antisemitismus der deutschen Faschisten und seiner Kontinuität innerhalb der braunen Bewegung. Darin gingen wir unter anderem auf den antisemitisch motivierten Terroranschlag am 9. Oktober in Halle ein. Ein Grußwort der Gruppe „Antifaschistische Perspektive Ludwigsburg/Rems-Murr“ rundete die Veranstaltung ab. Im Nachgang der Kundgebung besuchten wir gemeinsam mit den TeilnehmerInnen die Gedenkstätte auf dem Welzheimer Friedhof. Dort hielten wir eine Schweigeminute ab und legten im Anschluss Blumen auf den Gedenksteinen nieder.

Insgesamt erhielten wir überwiegend positives Feedback für die Kundgebung, die mittels Flugblätter und Pressemitteilung beworben wurde. Wir wollen unser Engagement für eine würdiges Gedenken an die Geschehnisse im Rems-Murr-Kreis weiter fortführen.
Wenn auch du Interesse an antifaschistischer Gedenkkultur und Aktionen gegen Rechts hast, komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr am 2. Dienstag des Monats um 19 Uhr im IG-Metall-Haus Waiblingen und bring dich ein!

Für eine antifaschistische Gedenkkultur!

Erinnern heißt kämpfen!

Nie wieder Faschismus!

Erinnern heißt kämpfen – Kundgebung am 9. November in Welzheim

Am 9. November jährt sich die faschistische Reichspogromnacht zum 81. Mal. Damals organisierten die faschistischen Organisationen von NSDAP, SA und SS den Sturm auf zahlreiche Einrichtungen jüdischen Lebens, Synagogen, Gebetshäuser, Geschäfte und Privatwohnungen. Diese Nacht wurde zum Wendepunkt in der Verfolgung Menschen jüdischen Glaubens, die schließlich in der industriellen Massenvernichtung in den Vernichtungslagern wie Auschwitz während des 2. Weltkrieges gipfelte.

Auch im Rems-Murr-Kreis gab es Konzentrationslager, zum Beispiel das Frauenlager in Rudersberg oder das KZ am heutigen Gottlob-Bauknecht-Platz im Herzen Welzheims. In dieses Lager wurden beinahe alle württembergischen Menschen jüdischen Glaubens verschleppt, die während der Reichspogromnacht in die Hände der Faschisten fielen. Von dort aus wurden sie innerhalb weniger Tage in die Vernichtungslager deportiert. Doch mit der Niederlage des Hitlerfaschismus wurde der Antisemitismus längst nicht aus der Welt geschafft: Rechte aller Coleur bekämpfen die Erinnerung an das stattgefundene Verbrechen auf fanatische Weise, während faschistische Terroristen sich für Massaker an Menschen jüdischen Glaubens bewaffnen und wie zuletzt in Halle auch durchführen.

Damit sich solche Pogrome wie am 9. November 1938 nicht mehr wiederholen, ist es notwendig, der stattgefundenen Ereignisse in einem würdigen Rahmen zu gedenken und die Wurzeln ihrer Entstehung klar zu benennen. Bereits im letzten Jahr konnten wir mit einer Kundgebung einen positiven Beitrag für eine antifaschistische Erinnerungskultur leisten, an die wir auch dieses Jahr anknüpfen wollen und alle WelzheimerInnen herzlichst einladen. Neben Redebeiträgen von verschiedenen Organisationen wird es im Anschluss an die Kundgebung die Möglichkeit der Blumenniederlegung an der Friedhofsgedenkstätte geben.

Für eine antifaschistische Gedenkkultur – Erinnern heißt Kämpfen!

Kundgebung und antifaschistischer Spaziergang in Kirchberg

Im Nachgang zur ZgR-Kundgebung in Kirchberg, an der wir uns als zentraler Akteur beteiligten und einem Provokateur einen antifaschistischen Platzverweis erteilten, zogen wir mit AntifaschistInnen aus Stuttgart selbstbestimmt in Richtung Bahnhof.

Dabei nutzten wir die Gelegenheit und verteilten unsere Flyer in die anliegenden Briefkästen, verklebten Aufkleber und hingen zwei Transparente in Kirchberg auf. Damit sorgten wir für einen antifaschistischen Ausdruck im Kontext der Bündniskundgebung und warben damit in Kirchberg direkt für unser Offenes Treffen.

Zum Abschluss dieses erfolgreichen Vormittages schossen wir noch ein gemeinsames Foto am Kirchberger Bahnhof.

Wenn auch du Interesse an kämpferischen Aktionen gegen Nazis, die AfD oder andere Reaktionäre hast, dann komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr! Wir treffen uns 10. November (immer am 2. Dienstag des Monats) um 19 Uhr im IG-Metall-Haus Waiblingen. Wir freuen uns auf dich!

Alle zusammen gegen den Faschismus!
Ob Nazis oder AfD, stoppt den Rechtsruck in der BRD!

Hier geht es zum Bericht des Bündnisses.

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