OATRM

Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

Autor: admin Seite 1 von 2

Aufruf zum Rheinmetall Entwaffnen Block am 30.08+ Infovortrag am 28.08

Aufruf zum Rheinmetall Entwaffnen Block am 30.08.2019 um 17:30 in der Schillerstraße 26 am Friedensbaum in Fellbach:

Die Welt im Jahr 2019: überall auf der Welt spitzen sich Konflikte zwischen verschiedenen Mächten zu. Immer öfter werden diese auch militärisch ausgetragen. Der EU-Grenzschutz wird immer weiter aufgerüstet. Im Jemen mordet Saudi-Arabien mit deutschen Waffen ZivilistInnen und auch in Syrien scheint der Krieg kein Ende zu nehmen. All diese Grausamkeiten werden hervorgebracht von dem System, das auf Konkurrenz und Profit basiert. Daran verdienen sich einige wenige – die an den Spitzen von Staat und Unternehmen stehen – eine Goldene Nase.

Ein Unternehmen das an Kriegen mitprofitiert ist Rheinmetall. Mit Unterstützung der Bundesregierung verkauft Rheinmetall Waffensysteme und Kriegsfahrzeuge an jeden, der nur genug zahlt. Damit machen sie sich mit Schuld an toten ZivilistInnen, Vertreibung und undemokratischen Regime-Changes. Deshalb machen sich vom 1. bis zum 9. September AktivistInnen der antimilitaristischen Bewegung auf nach Unterlüß in Norddeutschland, um in unmittelbarer Nähe des Rheinmetall Geländes zu protestieren, sich auszutauschen und den kriegerischen Normalzustand zu sabotieren.

Am 30. August findet, anläßlich des Antikriegstag am 01. September, in Fellbach eine Friedensdemo vom DGB statt. Wir InterantionalistInnen beteiligen uns dieses Jahr an der Aktion der KollegInnen und wollen die Mobilisierung gegen den Kriegstreiber Rheinmetall auch im Rems-Murr-Kreis auf die Straßen tragen. Für uns ist klar: es gibt keinen Frieden mit den Monopolen und ihrem Staat! Deshalb kommt mit uns am 30. September nach Fellbach zur Antikriegstagdemo in den Rheinmetall-Entwaffnen-Block!

8Die Welt im Jahr 2019: überall auf der Welt spitzen sich Konflikte zwischen verschiedenen Mächten zu. Immer öfter werden diese auch militärisch ausgetragen. Der EU-Grenzschutz wird immer weiter aufgerüstet. Im Jemen mordet Saudi-Arabien mit deutschen Waffen ZivilistInnen und auch in Syrien scheint der Krieg kein Ende zu nehmen. All diese Grausamkeiten werden hervorgebracht von dem System, das auf Konkurrenz und Profit basiert. Daran verdienen sich einige wenige – die an den Spitzen von Staat und Unternehmen stehen – eine Goldene Nase.

Ein Unternehmen das an Kriegen mitprofitiert ist Rheinmetall. Mit Unterstützung der Bundesregierung verkauft Rheinmetall Waffensysteme und Kriegsfahrzeuge an jeden, der nur genug zahlt. Damit machen sie sich mit Schuld an toten ZivilistInnen, Vertreibung und undemokratischen Regime-Changes. Deshalb machen sich vom 1. bis zum 9. September AktivistInnen der antimilitaristischen Bewegung auf nach Unterlüß in Norddeutschland, um in unmittelbarer Nähe des Rheinmetall Geländes zu protestieren, sich auszutauschen und den kriegerischen Normalzustand zu sabotieren.

Am 30. August findet, anläßlich des Antikriegstag am 01. September, in Fellbach eine Friedensdemo vom DGB statt. Wir InterantionalistInnen beteiligen uns dieses Jahr an der Aktion der KollegInnen und wollen die Mobilisierung gegen den Kriegstreiber Rheinmetall auch im Rems-Murr-Kreis auf die Straßen tragen. Für uns ist klar: es gibt keinen Frieden mit den Monopolen und ihrem Staat! Deshalb kommt mit uns am 30. September nach Fellbach zur Antikriegstagdemo in den Rheinmetall-Entwaffnen-Block!


Die Mobilisierung für das Rheinmetall-Entwaffnen Camp läuft auf Hochtouren. Hier gibt’s einen antimilitaristischen Aufruf mit gesamtgesellschaftlicher Einordnung, von der Plattform Perspektive Kommunismus: Aufruf

Hier noch der Aufruf vom Rheinmetall-Entwaffnen Bündniss: Aufruf

Am 28.08 findet um 18:30 ein Infovortrag einer Genossin des OTKM aus Stuttgart im IGM-Haus in Waiblingen statt, zu dem Alle herzlich eingeladen sind. Der Vortrag wird sich inhaltlich mit dem Rheinmetall-Entwaffnen Camp beschäftigen.


Termine:

Demo am 30.08 um 17:30 in Fellbach beim Friedensbaum.
Und am 28.08 um 18:30 zum Infovortrag ins IGM-Haus in Waiblingen

Rechte Instrumentalisierung in Backnang erfolgreich durch antifaschistischen Protest verhindert!

Nach dem tragischen Mord an einem achtjährigen Jungen am Frankfurter Bahnhof in der vergangenen Woche, startete die faschistische NPD an mehreren Orten in der BRD eine widerliche Kampagne. Diese hatte zum Ziel, unter dem Deckmantel von Traueraktionen in der Öffentlichkeit, aufgrund der Herkunft des Täters Stimmung gegen Geflüchtete und MigrantInnen zu machen. Auch in Backnang versuchte das lokale NPD-Umfeld in Personen von Markus Wieland und Jörg Giering (Gastgeber der öffentlichen Facebook-Veranstaltung), dies umzusetzen. Zu diesem Zweck veröffentlichten sie eine Facebookveranstaltung und luden zahlreiche ihrer Nazikumpanen ein, darunter die NPD-Kandidatin der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd, Marina Djonovic sowie die AfD-Räte Michael Malcher und Steffen Degler. Trotz der lächerlichen Tarnversuche, bspw. über die Einladung von Grünen- oder Die Partei-Mitgliedern, war der angedachte Charakter der Veranstaltung nicht zu übersehen, zudem sie auch im Rahmen einer bundesweiten Kampagne stattfand, zu der das NPD-Projekt „Schutzzone“ aufgerufen hatte.

Als Offenes Antifaschistisches Treffen Rems-Murr möchten wir niemandem vorschreiben, wie man zu trauern hat. Hier jedoch war es geboten, einem ersten Versuch der lokalen NPD in Backnang einen Fuß auf die Straße zu bekommen, den Riegel vorzuschieben. Deshalb mobilisierten wir ausschließlich intern und kündigten keine öffentlichen Gegenproteste an.
Am Tag selbst reisten vierzig AntifaschistInnen aus dem Rems-Murr-Kreis und der Landeshauptstadt nach Backnang an. Es galt, angesichts der geringen Resonanz der rechten Facebookveranstaltung vor allem, antifaschistische Präsenz am Bahnhof zu zeigen. Vor Ort stand bereits ein 70-köpfiges Großaufgebot der Backnanger Polizei bereit, um den Faschisten den roten Teppich auszurollen. Von denen schafften es gerade einmal die beiden Anmelder auf ihre eigene jämmerliche „Trauerveranstaltung“. Vier weitere, sich bedeckt haltende Faschisten, wurden durch die zahlreiche und entschiedene antifaschistische Präsenz und Blockaden der Bahnhofsüberführungen eingeschüchtert und nahmen nichtteil. Wir hingegen informierten die Backnanger Zugreisenden durch Megafondurchsagen und (dem Bericht nachgestellte) Flyer über unsere Proteste. Die Faschisten indes hatten, dank der anwesenden AntifaschistInnen, keinerlei Außenwirkung und versteckten sich feige hinter den zahlreichen Bullen, ihre instrumentalisierende Schweigeminute ging in den lautstark gerufenen Parolen unter.

Anschließend wurden sie mit schamvoll gesenkten Köpfen von den Bullen unter „Haut ab!“-Rufen zu ihren Autos geleitet, wo sie kurz vor Abfahrt noch einen Angriffsversuch hinnehmen mussten. Während sie mit Hilfe polizeilicher Straßensperren aus Backnang abziehen mussten, hinterließen wir noch ein Transparent mit der Aufschrift „Die Trauer den Betroffenen – Konsequent gegen rechte Instrumentalisierung“ an der Backnanger Bahnhofsüberführung.

Fazit: Allein die Zahlenverhältnisse sprachen an diesem Samstagvormittag eine deutliche Sprache. In vierfacher Überlegenheit wäre es den antifaschistischen Kräften ein Leichtes gewesen, die faschistische Veranstaltung vor ihrem Beginn zu beenden, wenn es die Backnanger Polizei es ihnen nicht mit Bereitschaftseinheiten der Bundes- und Landespolizei ermöglicht hätte. Der rechte Vereinnahmungsversuch der Trauer kann klipp und klar als gescheitert angesehen werden, Markus Wieland und Jörg Giering haben sich überdies persönlich auch weit aus dem Fenster gelehnt.

Die antifaschistische Aufklärung hingegen verlief, gemessen am Publikumsaufkommen an einem Samstagmorgen, überaus erfolgreich. Weiter prägten ein selbstbewusstes und kämpferischesAuftreten die antifaschistischen Proteste. Dies unterstreicht nochmals klar und deutlich:

Unsere Straßen, unsere Stadt – Backnang bleibt Antifaschistisch!

_______________________________________________________________

Liebe Backnangerinnen und Backnanger
Anfang dieser Woche wurde ein Kind am Frankfurter Bahnhof von einem psychisch Kranken vor einen einfahrenden Zug gestoßen und so ermordet. Bundesweit löste dieses Verbrechen Entsetzen und Trauer aus. Für die große Mehrheit der Trauernden ist klar, dass solche schrecklichen Verbrechen leider immer wieder vorkommen und nichts mit der Hautfarbe der Täter zu tun haben.

Leider mischen sich unter die Menschen, die aufrichtig trauern wollen, viel zu oft Störenfriede die das Schicksal des Opfers für ihre politische Propaganda missbrauchen wollen. Vor allem im Internet werden von Rechten Tatsachen verdreht und als Ursache für den Mord an dem Kind nicht die psychische Erkrankung des Mörders, sondern dessen Herkunft hervorgehoben. Dadurch sollen alle „Nicht-Deutschen“ unter Generalverdacht gestellt und so unsere Gesellschaft gegeneinander aufgehetzt werden. Diese Hetze schützt natürlich niemanden vor Gewaltverbrechen, sondern lenkt nur von deren wahren Ursachen ab: unser Gesellschaftssystem, das Konkurrenzdruck, dauerhafte Existenzängste und Vereinzelung hervorbringt. Daraus resultiert eine immer weiter voranschreitende Verrohung des Zusammenlebens. Konkret zeigt sich das in brutalen Gewaltverbrechen wie diesem.

Auch bei uns in Backnang haben leider Faschisten die Initiative ergriffen und heute zu einer öffentlichen Schweigeminute via Facebook eingeladen. Auch wenn sich der Aufruf unpolitisch liest und kollektives Trauern ein nachvollziehbarer Wunsch ist, hilft ein Blick auf die Profile der Veranstalter dabei, zu erkennen wessen Geistes Kind sie sind: sie hetzen gegen Flüchtlinge, fordern mit martialischen Bildern dazu auf sich „Deutschland zurück zu holen“
und schreiben Kommentare bei einer NPD-Funktionärin. Es ist klar, dass es solchen Menschen nicht um ehrliche Anteilnahme gehen kann. Wir möchten niemanden dafür angreifen, dass er oder sie auf ihre Tarnung als Trauernde hereingefallen ist, sondern rufen dazu auf, sich klar von diesen Personen zu distanzieren!

Den Nazis und Rassisten ist offensichtlich jedes Mittel Recht um Menschen unter ihrer vermeintlichen Führung auf die Straße zu bringen. Wir verurteilen diesen ekelhaften Versuch auf dem Rücken des Ermordeten und seiner Hinterbliebenen Politik zu betreiben. Besonders scheinheilig wirkt die angebliche Entrüstung der Rechten wenn man sich anschaut wie oft Nazis in Gewalt- und Sexualdelikte verwickelt sind, besipielsweise ist der NSU-Mörder Uwe Böhnhardt auch der Mörder der über Jahre vermissten neunjährigen Peggy aus Bayern.

Wir verurteilen diesen ekelhaften Versuch auf dem Rücken des Ermordeten und seiner Hinterbliebenen Politik zu betreiben. Besonders scheinheilig wirkt die angebliche Entrüstung der Rechten wenn man sich anschaut wie oft Nazis in Gewalt- und Sexualdelikte verwickelt sind, besipielsweise ist der NSU-Mörder Uwe Böhnhardt auch der Mörder der über Jahre vermissten neunjährigen Peggy aus Bayern.

Gegen die Vereinahmung berechtigter Trauer durch Nazis und Rassisten!

Für ein antifaschistisches Backnang!

„Nazis morden – Die AfD lädt nach!“ Künstlerische Inszenierung zur ersten Sitzung des neuen Kreistages

Am gestrigen Montag nahmen mehrere AntifaschistInnen aus dem Offenen Antifaschistischen Treffen und dem Bündnis Zusammen gegen Rechts die konstituierende Sitzung des neu gewählten Kreistags in Backnang zum Anlass, um mit einem Theaterstandbild die eingezogenen AfD-Kreisräte als das zu entlarven, was sie sind: Stichwortgeber und politische Helfershelfer faschistischer Terroristen.

Etwa eine Viertelstunde vor Beginn der Kreistagssitzung positionierten wir uns mit einem Transparent am Eingang des Backnanger Bürgerhauses, während sich die Mehrheit der KreisrätInnen dort aufhielt. Mit einer Megafondurchsage wurde den Anwesenden Inhalt und Zweck der Kunstinszenierung vorgestellt, woraufhin viele Flugblätter (siehe unten) mit den gebündelten Informationen an die Umstehenden verteilt wurden. Dargestellt wurde ein AfD-Funktionär, der einen Faschisten mit Kugeln für dessen kommenden Ziele bewaffnete: Refugees, kritische Journalisten, Arme, Klimaktivistinnen, Linke und Gewerkschafter. Zusätzlich wurden einschlägige Facebookposts, seien es „Gedichte“ des Antisemiten Bogislav von Selchow oder Hetze gegen den mittlerweile ermordeten Walter Lübcke, von lokalen AfD-“Größen“ teils an die Eingangstür, teils im Eingangsbereich angebracht.

Die anwesenden Rassisten Michael Malcher und Max-Eric Thiel waren sichtlich überfordert und suchten schnell den Weg ins Gebäude. Viele KreisrätInnen der anderen Fraktionen äußerten sich positiv über die Inszenierung und auch die Lokalpresse informierte sich bei uns. Nach Beginn der Kreistagssitzung beendeten wir die gelungene Inszenierung. Doch damit ist die anfallende Arbeit längst nicht abgeschlossen: Das Themenfeld faschistischer Terrorismus hat uns über die letzten Monate immer wieder begleitet. Seine Verbindungen zum parlamentarischen Arm des Rechtsrucks, der AfD, sind eindeutig und müssen dementsprechend bearbeitet werden. Langfristig lässt sich faschistischer Terrorismus nur verhindern, wenn ihm der bereitete Nährboden entzogen wird. Dazu ist es notwendig, dass immer mehr Bevölkerungsteile Faschismus und rechter Hetze entschlossen und organisiert den Kampf ansagen.

Wenn auch du Ideen für den Aktionen gegen Faschisten und ihre Helfershelfer hast, dann komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr. Wir treffen uns am 2. Dienstag des Monats um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60 in Waiblingen.

Hinter rechtem Terror steht die AfD – deshalb organisier‘ dich im OAT!

________________________________________________________

Liebe Backnangerinnen und Backnanger,

heute tritt der neu gewählte Kreistag zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung an. Mit dabei: Acht AfD-Räte, die sich über ihrer lügenbasierte Propaganda im Wahlkampf die notwendigen Stimmen ergaunerten. Vor dem Hintergrund der erstarkenden Gefahr durch faschistischen Terrorismus, ist der Einzug der rechten Pseudodemokraten in die Kommunalparlamente nicht hinnehmbar.

Hetze gegen MigrantInnen, JournalistInnen, GewerkschafterInnen, Frauen oder sozial Benachteiligte sind ein integraler Bestandteil des Programms der AfD. Damit verschleiern sie die realen Probleme unserer Gesellschaft, indem sie jede Auseinandersetzung als „Kulturkampf“ oder ähnliches darstellen. Darüber hinaus markieren sie ganz bewusst Ziele für rechte Gewalttäter. Zahlreiche AfD-Politiker, zum Beispiel Daniel Lindenschmid, denunzierten etwa den ermordeten CDU-Politiker Lübcke im Internet. Ähnlich verhält es sich mit dem schon mehrmals angegriffenen Journalisten Alfred Denzinger aus Rudersberg, der erst im Internet „geoutet“ und beleidigt und dann von Nazis angegangen wurde.

Gewalt von Rechts entwickelt sich schon seit langem zum voll ausgewachsenen Terrorismus. Wer dachte mit der angeblichen Zerschlagung des NSU sei das Problem gelöst, hat sich schwer getäuscht. In den letzten Jahren wurden etliche rechte Terrorzellen offengelegt. Die Namen variieren (Revolution Chemnitz, Gruppe Freital, Nordkreuz etc.), doch die Ziele und das Vorgehen gleichen sich.

Was hat das mit der AfD zu tun?

Damit es gar nicht erst zu Mord und Totschlag kommt, müssen wir unbedingt rechter Hetze schon im Anfangsstadium entgegentreten Die AfD agiert im Zusammenspiel mit faschistischen Terrorzellen, Nazi-Netzwerken in Polizei und Bundeswehr und rechten Straßenmobs wie vergangenen Sommer in Chemnitz. Die AfD ist Orientierungspunkt für all diese Ausformungen der rechten Front. Nur wenn wir es schaffen sie in die Schranken zu weisen, werden wir das rechte Problem in den Griff kriegen.

Denn wir wollen keine Gesellschaft, in der Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung verfolgt und angegriffen werden. Wir wollen eine solidarische Gesellschaft, die sich an den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Bevölkerung orientiert. Rassismus und rechter Terror stehen diesem Ziel im Weg. Deshalb muss den Faschisten der Nährboden entzogen und das Handwerk gelegt werden. Das geht am besten organisiert und geplant: deshalb kommt zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems Murr und werdet aktiv gegen Nazis und ihre Stichwortgeber im Anzug!


Mein Körper, meine Rechte! – Aktion gegen Stadtverwaltung

Vor rund zwei Wochen wurde im Backnanger Freibad Wonnemar eine Burkini tragende muslimische Frau von anderen Badegästen angefeindet und wie „ein Tier im Zoo“ abfotografiert. Dass die Kleiderwahl einer badenden Frau zu derartigen Reaktionen führt, war uns ein Anlass, in Form einer Aktion unangemeldeten Protest auf die Backnanger Straßen zu tragen.

Vorher brachten wir uns bei der heutigen „Rems-Murr for Future“-Demo ein und setzten mit klassenkämpferischen Parolen antikapitalistische Akzente, die von den anderen TeilnehmerInnen sofort aufgegriffen wurden.

Dann, nach dem Demozug und verschiedensten Redebeiträgen, brachten wir am Rathaus Flyer mit Informationen über den Vorfall im Freibad an oder verteilten sie an PassantInnen in Marktnähe. Um darauf aufmerksam zu machen, dass solche Geschehnisse nur eines von vielen Beispielen für die nach wie vor täglich stattfindende Unterdrückung der Frau darstellen, haben wir unser Transparent mit dem Slogan „Mein Körper, meine Rechte!“ unmittelbar vor dem Rathaus platziert.

Auch KlimaaktivistInnen unterstützten unsere Aktion mit helfenden Händen. Die am Rathaus angebrachten Wandzeitungen skandalisieren das rückschrittliche Verhalten der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters Frank Nopper, der ganz im Sinne rechter Stichwortgeber handelt. Unsere parallel gehaltene Ansprache wurde von vielen PassantInnen interessiert angehört und viel Zuspruch bekundet. Abgeschlossen wurde die Aktion durch proletarisch-feministische Parolen. Für einen kleinen Lacher sorgte die Ordnungsbeamtin, die uns sichtlich überfordert auf ein „Mein Körper, meine Rechte!“-Graffiti ansprach, das AktivistInnen mit Sprühkreide auf dem Boden hinterließen.

Auch am erwähnten Freibad konnten einige unserer Flyer verteilt werden. Wir AntifaschistInnen sehen es als unsere Pflicht an, einzuschreiten, wenn rechte Hetzer das gesellschaftliche Klima vergiften wollen und die Regierenden mitziehen. Der eigentliche Skandal ist ja, dass die Stadtverwaltung die Forderungen rassistischer Pöbler in Gesetzesform gießen möchte!

Alles in allem können wir auf eine äußerst gelungene Aktion zurückblicken, die vor Ort große Aufmerksamkeit erregen konnte.

Gemeinsam kämpfen, ist doch klar – „Rems-Murr for Future“ & Antifa!♀

Polizeigesetz stoppen!

Wir vom Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr haben vergangenen Samstag eine Aktion gegen das neue baden-württembergische Polizeigesetz durchgeführt. Dabei haben wir an verschiedenen Orten in Waiblingen unangemeldete Blitzkundgebungen durchgeführt und die Verursacher dieser Verschärfung konfrontiert.

Unsere Aktion reiht sich in die landesweite Mobilisierung für die #NoPolGBW-Demo in Stuttgart ein, die von einem Aktionsbündnis (https://nopolgbw.org/) organisiert wird. Für uns ist gerade angesichts der zunehmenden Repression gegen AktivistInnen aus unserer unmittelbaren Umgebung klar, dass Maßnahmen wie Online-Durchsuchungen, intelligente Videoüberwachung oder eine Stärkung der Geheimdienste auch uns Antifas gesetzlich betreffen werden. Unter anderem deshalb haben wir uns dazu entschieden, unseren Beitrag zur landesweiten Mobilisierung beizusteuern.

Bei unserer Mobilisierungsaktion hielten wir insgesamt drei kleine Kundgebungen in Waiblingen ab. Bei diesen präsentierten wir ein thematisch passendes Transparent, hielten Durchsagen per Megafon, brachten Plakate im direkten Umfeld an und hängten große Kameraattrappen auf, um die Problematik der zunehmenden Überwachung sichtbar zu machen. Parallel dazu wurden Flyer verteilt, die größtenteils sehr gut bei der Bevölkerung ankamen. In Gesprächen konnte über die anstehenden Zuspitzungen aufgeklärt und auf die kommende Demonstration in Stuttgart hingewiesen werden

Zusätzlich wurden die direkten Verursacher der erneuten Gesetzesnovelle, die Regierungsparteien CDU und die Grünen, mit unserem Widerstand konfrontiert. Zu diesem Zweck haben AktivistInnen den Grünen eine Gefährderansprache ans Parteibüro geklebt, der CDU wurde ein symbolischer Hausarrest erteilt. Mit dieser kleine Aktion wollten wir deutlich machen, wer die wahren „Gefährder“ sind: Nicht die, die Widerstand gegen Rassisten und den Rechtsruck leisten, sondern die Parteien, die unsere Freiheitsrechte immer weiter abbauen und damit künftigen Rechtsaussenregierungen die Arbeit abnehmen.

Den Abschluss des Tages ließ man dann noch beim „Mut gegen Rechts“-Festival ausklingen. Dort war unser OAT mit einem Infotisch vertreten, an dem wir viele Gespräche führen konnten.

Unsere Aktionen gegen das Polizeigesetz verstehen wir einerseits als Mobilisierungsarbeit aber auch als klares Signal, wie wir in Zukunft mit verschärfter Repression umgehen wollen und werden: Wir lassen uns nicht vorschreiben wo, wie und wann wir demonstrieren und werden auch weiterhin #unkontrollierbar gegen Faschisten, AfD und Verschärfung kämpfen.

Am 13.Juli auf die Straße gegen das Polizeigesetz! Zugtreffpunkt 11:30 Waiblingen Bahnhof

Freiheitsrechte verteidigen!

#NoPolGBW

Polizeieinheiten die mit Kriegswaffen Nazidemos schützen? Zugangskontrollen zu antifaschistischen Demos? Klingt skurril, könnte abNazidemoser, wenn es nach grünschwarz geht, in BaWü bald an der Tagesordnung sein.
Kretschmann und Co. wollen das Polizeigesetz im Ländle erneut verschärfen. Dagegen regt sich Widerstand. Am 13. Juli findet in Stuttgart eine Demonstration gegen die Verschärfung statt. Auch wir als Offenes Antifaschistisches Treffen Rems-Murr mobilisieren auf die Demo. Achtet auf die Ankündigungen und kommt zur gemeinsame Anreise auf die Demo!

Gemeinsame Anreise:
11:30 am Waiblinger Bahnhof beim Kiosk

Aktuelle Infos auf https://nopolgbw.org/

Unterstützt die Kampagne gegen alte und neue Polizeigesetze!

Nach der massiven Verschärfung des Polizeigesetzes in Baden-Württemberg Ende 2017 plant die CDU im Innenministerium nun, der Polizei noch weitreichendere Befugnisse zur Überwachung einzuräumen. Diese Verschärfung reiht sich ein in ähnliche Gesetzesveränderungen in Bayern, NRW und Sachsen. Wie in diesen Bundesländern formiert sich nun auch Baden-Württemberg Widerstand gegen die freiheitsfeindlichen Gesetzgebungsverfahren der aktuellen Regierung. Wie in Bayern, NRW und Sachsen ist es auch hier höchste Zeit, dass der Unmut über diese Aufrüstung im Inneren sichtbar wird.

Bereits Ende 2017 wurde in Baden-Württemberg eine der schärfsten Polizeigesetzes-Novellen der Bundesrepublik verabschiedet. Dabei wurden folgende Neuerungen eingeführt:
Alkoholverbote: zeitlich begrenzt auf öffentlichen Plätzen
Staatstrojaner: präventive Befugnisse zur Überwachung der laufenden Kommunikation
– „intelligente“ Videoüberwachung: algorithmengestützte Echtzeit-Überwachung im öffentlichen Raum
– Aufenthalts- und Kontaktverbote: präventiv, beim bloßen Verdacht auf schwere Straftaten
Elektronische Fußfesseln: zur Kontrolle der Einhaltung von Aufenthalts- und Kontaktverboten – Kriegswaffen für die Polizei: Handgranaten, Sprenggeschosse und konventionelle Sprengmittel zum Einsatz im Inneren gegen einzelne Personen

Innenminister Strobl plant nun eine weitere Verschärfung, die unter anderem eine massive Ausweitung der Schleierfahndung, (anlasslose Personenkontrollen in einem 30 km breiten Streifen entlang der Staatsgrenzen), Onlinedurchsuchungen aller Daten eines Geräts mittels Staatstrojaner, Vorkontrollen bei Demonstrationen, Body-Cams in Wohnungen und präventive DNA-Untersuchungen legalisieren soll. Zudem soll eine unendlich verlängerbare Präventivhaft für sogenannte „Gefährder“ eingeführt werden, denen juristisch nichts vorgeworfen wird.

Auf Bundesebene plant die Innenministerkonferenz (IMK) eine Vereinheitlichung der Gesetzgebung, die zur schärfsten Unterdrückung bürgerlicher Freiheiten seit dem deutschen Faschismus führen dürfte. Die reiht sich in den derzeitigen Rechtsruck ein und zeigt, dass dieser nichzt nur die Geseelschaft, sondern auch die staatlichen Organe erfasst hat. Darum ist Engagement gegen den Abbau von Freiheitsrechten wichtiger denn je. Unter #NoPolGBW haben sich verschiedene Gruppen, Initiativen, Parteien, und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um sich gegen die Gesetzesverschärfungen zur Wehr zu setzen. Wir sehen die Verschärfung der Polizeigesetze als einen bedrohlichen Angriff auf die Freiheitsrechte aller.
Wir fordern:
– Rücknahme der Verschärfungen von 2017!
– Nein zur Ausweitung der Schleierfahndung!
– Nein zu Vorkontrollen bei Demonstrationen!
– Nein zu Body-Cams in Privatwohnungen!
– Nein zu (präventiven) DNA-Untersuchungen!
– Nein zur Online-Durchsuchung!
– Nein zur Unendlichkeitshaft!
– Keine weitere Verschärfung der Polizei- und Verfassungsschutzgesetze!
– Kennzeichnungspflicht für die Polizei!
– Schaffung von unabhängigen Ermittlungsstellen zu polizeilichem Fehlverhalten! Gemeinsam gegen neue Polizeigesetze! Freiheitsrechte verteidigen!

AfD-Stand in Backnang unter massivem Polizeischutz

Gestern machten sich AktivistInnen auf nach Backnang, um den dortigen Propagandastand der AfD mit linkem Protest zu konfrontieren. In der ganzen Stadt, am Bahnhof und auch am Ort des AfD-Infostands war die Polizei mit Streifenwägen sowie Zivil – und Staatsschutzbeamten präsent. Uns freut natürlich, dass die AfD wohl nur unter großem Kräfteaufwand der Polizei im Rems-Murr-Kreis auf die Straße gehen kann. Dies bestätigte die AfD selbst in einem Artikel, in dem sie wieder einmal wegen antifaschistischer Proteste rumgeheult haben (siehe: unser Beitragsbild). Weil wir es in dieser Situation für nicht möglich hielten, die AfD im angemessenen Ausmaß einzuschränken, entschlossen wir uns stattdessen GenossInnen im Nachbarkreis zu unterstützen. Deshalb fuhren wir, zur offensichtlichen Überraschung der Polizei, nach Ludwigsburg, um dort einen Infostand der AfD zu stören. Den Bericht der Antifas aus Ludwigsburg findet ihr im Anhang.


Heute, am letzten Tag des Kommunalwahlkampfes, sind wir AntifaschistInnen losgezogen, um der AfD noch einmal richtig einzuheizen. Zu diesem Zweck haben wir die Ludwigsburger Innenstadt aufgesucht, wo die bürgerlichen Parteien, auch die AfD, ihre Stände aufgebaut hatten, um auf Stimmenfang zu gehen.
 
Der Infostand der AfD machte keinen besonders professionellen Eindruck, nicht einmal einen Tisch hatten die Rechten bereitgestellt. Stattdessen stand unter ihrem Pavillon ein halb zerrissener Pappkarton.
Überhaupt schienen die AfDler unvorbereitet. Mit Protest hatte sie nicht gerechnet und reagierte dementsprechend äußerst unsouverän auf die antifaschistische Intervention.
Einzelne AfDler waren bereits bei unserer Ankunft derart fertig mit den Nerven, dass sie erfolglos versuchten Antifas in körperliche Auseinandersetzungen zu verwickeln. Diese lächerlichen Versuche wurde konsequent und souverän unterbunden.
Trotz personenstarker, aber ungewohnt zurückhaltender Bullenpräsenz schafften die AfDler kaum, Flyer zu verteilen. Teilweise redeten sie ununterbrochen auf linke AktivistInnen ein oder reichten ihre Hetze untereinander herum, um nicht allzu hilflos zu wirken.


Wir hingegen konnten etwa 500 Flyer der Antifaschistischen Perspektive Ludwigsburg/Rems-Murr verteilen, die konkrete Lügen der AfD benennen und entlarven. Gleichzeitig erhielten wir pausenlos positive Rückmeldungen von Passantinnen und Passanten. Einige stellten sich sogar an unsere Transparente, andere brachten uns erfrischendes Obst. Im Allgemeinen war die Stimmung auf dem Markt eindeutig gegen die AfD gerichtet.

Schließlich war auch die Anmeldezeit der AfD verstrichen und trotzig packte sie ihr Material ein. Dabei stellte sie sich so unbeholfen an wie schon den ganzen Tag. Und obwohl wir die AfD als eine ernste Gefahr wahrnehmen, amüsieren wir uns über einzelne ihrer Mitglieder und deren Aussetzer.


Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir haben den rechten Infostand mit Erfolg abgeschirmt, unsere politischen Inhalte in die Bevölkerung hineingetragen, die AfD bloßgestellt und klargemacht, dass wir hetzerische Propaganda nicht unbeantwortet lassen, ob vor oder nach den Wahlen.


Der AfD den Kampf ansagen!

Quelle:Indymedia

Antifaschischter Aktionstag in der heißen Wahlkampfphase

Am Samstag waren wir als Offenes Antifaschistisches Treffen sowohl in Schorndorf als auch Backnang aktiv, um den rechten Hetzern der AfD den Kampf anzusagen.

Der antifaschistische Aktionstag begann Samstagvormittags in Schorndorf, wo die AfD wieder einmal einen ihrer Wahlkampfstände abhielt. Diesmal allerdings nicht ohne unseren Protest: Als kleine Spontandemonstration zogen wir über den Schorndorfer Markt zum AfD-Stand und schirmten diesen mit einem Transparent für einige Zeit ab. Die AfD reagierte gewohnt unsouverän auf antifaschistischen Protest und schrie wirres Zeug durch die Gegend. Vor allem ein AfD-Wahlkampfhelfer machte sich lächerlich, in dem er immer wieder rief: „Hier sind die Hetzer!“ und dabei AfD-Flyer in die Luft hielt. Den übrigen AfDlern war das offensichtlich peinlich, so fielen in dessen Richtung Sprüche wie „Lass das doch, das ist doch Scheiße“.

Nach einiger Zeit rückte dann die Polizei an, welche uns zwang, uns neben den AfD-Stand zu stellen. Die ganze Aktion über konnten etwa 500 Flyer der Antifaschistischen Perspektive Ludwigsburg/Rems-Murr verteilt werden, die die Lügen der AfD entlarven. Beim Flyer verteilen und Gespräche führen wurden wir immer wieder für unsere Aktion gelobt. Gerade zum Anfang unserer Aktion riefen viele SchorndorferInnen unter Applaus unsere Parolen mit. Eine ältere Schorndorferin stellte sich sogar spontan mit uns hinter das Transparent, um ihren Protest auszudrücken. Darüber hinaus konnten wir immer wieder Menschen, denen AfD-Propaganda in die Hand gedrückt wurde, auch antifaschistische Flugblätter mit auf den Weg geben.

Weiter ging es abends in Backnang, wo die AfD ihre zentrale Wahlkampfveranstaltung für den Rems-Murr-Kreis abhielt. Etwa 40 Antifas sammelten sich am Bahnhof und zogen als Spontandemonstration zur angemeldeten Kundgebung des Zusammen gegen Rechts Bündnisses. Die Spontandemo machte allerdings direkt vor dem Backnanger Bürgerhaus halt, wo die AfD ihre Veranstaltung abhielt. Dort stellte man sich mit Transparenten und Fahnen auf und machte den wenigen ankommenden AfD‘lern mit Parolen klar, dass sie in Backnang unerwünscht sind. Dies wurde auch in den Teilnehmerzahlen offensichtlich: Mehr als die Hälfte der Plätze im Saal blieben leer, diejenigen die dort waren, sind durchweg als bereits aktive Rechte bekannt, womit die Resonanz der Hetzveranstaltung innerhalb der Backnanger Bevölkerung gering ausfiel. Insgesamt beteiligten sich etwa 150 Menschen an den Gegenprotesten, was angesichts der kurzen Mobilisierungszeit einen Erfolg darstellt. Dass keine reale Einschränkung der AfD-Veranstaltung möglich war, lag vor allem am hohen Aufgebot der Polizei, welche mit über zwanzig Mannschaftswägen und etwa einem halben Dutzend herumschleichenden Staatsschützern wieder klar machte, auf wessen Seite sie steht: Auf der Seite der RassistInnen und ArbeiterInnenfeinde. Dass ein solch hohes Aufgebot notwendig ist, um eine AfD-Veranstaltung durchzusetzen, sorgt andererseits für ein wenig ansprechendes Außenbild der rechten Partei, ist aber auch auf vielfältigen, antifaschistischen Aktionen während des Wahlkampfes im Rems-Murr-Kreis zurückzuführen. So wurde eine weitere AfD-Hetzveranstaltung im beschaulichen Urbach zwei Tage zuvor wurde von einem ähnlich massiven Aufgebot hofiert, zehn Einsatzwägen und zwei Pferde hatten sich ohne die Ankündigung von Gegenprotesten um das Veranstaltungsgebäude postiert. Das erschwert die Ausgangslage für Proteste, ist aber auch ein deutliches Zeichen an die AfD, dass sie ohne Polizeischutz keine Großveranstaltungen durchführen kann.

Darüber hinaus ein Netzfund: Wenige Tage nach den Protesten in Backnang kam es zu einer weiteren antifaschistischen Aktion gegen einen AfD-Kandidaten. Den Bericht möchten wir hier dokumentieren.

Wenn auch du Lust oder kreative Ideen hast, die AfD und andere Reaktionäre an der Verbreitung ihrer Hetze zu hindern, dann komm am 2. Dienstag des Monats in die Fronackerstraße 60 in Waiblingen zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr! Das nächste Treffen findet am 11. Juni um 19 Uhr statt.

AfD in Backnang? Nicht mit Uns!

ACHTUNG: AFD-VERANSTALTUNG AM SAMSTAG IN BACKNANG!

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase. Die AfD, die bisher vor allem mit Infoständen ihre reaktionären Propagandalügen im Rems-Murr-Kreis verbreitete, will nun im Backnanger Bürgerhaus eine Großveranstaltung durchführen. Dafür hat sie sich gleich drei Hetzer aus dem Bundestag eingeladen. Für uns ist klar: Wer im Rems-Murr-Kreis seinen rassistischen Müll verbreiten will, muss mit unserem entschlossenen Widerstand rechnen. Achtet auf Ankündigungen, haltet euch den Samstag Abend frei und kommt morgen am 14.05. zu unserem Offenen Treffen um 19Uhr im IG Metall Haus Waiblingen, um gemeinsam die Proteste vorzubereiten.

Vorläufiger Anlaufpunkt für Proteste: 18Uhr Backnang Bahnhof

Kundgebung zum 8. Mai in Waiblingen

Am Tag der Befreiung vom Faschismus führten wir in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) eine Kundgebung auf dem Alten Postplatz in Waiblingen durch. Diese stand unter dem Motto „Damals wie Heute – Erinnern heißt Kämpfen“. Im Vorfeld der Kundgebung verteilten wir Flugblätter und veröffentlichten eine Wandzeitung, die näher auf die historischen Hintergründe des 8.Mai einging. Zusätzlich erhielten wir Zusendungen von verklebten Wandzeitungen in Waiblingen sowie ein Foto eines am Waiblinger Bahnhof aufgehängten Banners.

An der Kundgebung selbst beteiligten sich, trotz des massiven Regens, etwa 25 AntifaschistInnen, mit einem thematisch passenden Hochtransparent und roten Fahnen. Mit dem Verteilen von roten Nelken und einer Infostellwand, deren Inhalt man nach dem Bericht findet, über das lokale Kriegsende wurden PassantInnen eingebunden und Gespräche mit ihnen geführt. Begleitet von Musikbeiträgen hielten eine Jungsozialistin, die VVN-BdA Rems-Murr, das Offene Antifaschistische Treffen sowie die Antifaschistische Perspektive Ludwigsburg/Rems-Murr jeweils eine Rede, in der mehrheitlich die ungebrochene Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes und der Entfaltung einer kämpferischen antifaschistischen Gedenkkultur unterstrichen wurde, sowie auf die historischen Ereignisse zu Kriegsende wie z.B. die spontane Demonstration hunderter Waiblinger Frauen gegen die Verteidigung der Stadt „bis zum letzten Mann“. Nach gut einer Stunde wurde die Kundgebung beendet.

Der Tag wurde jedoch nicht im Regen beendet, im Anschluss daran fand eine Kulturveranstaltung statt, bei der zu Tee und Essen der Film „Ich war neunzehn“ gezeigt wurde. Auch weiterhin gilt es, die Entwicklung einer würdigen, kämpferischen und antifaschistischen Gedenkkultur, die es schafft, die historischen Ereignisse aufzugreifen, einen angemessenen Ausdruck auf die Straße zu tragen und Bezugspunkt für die aktuelle antifaschistische Arbeit ist, voranzutreiben.

Wenn auch du Interesse an antifaschistischer Gedenkkultur und Aktionen gegen Rechts hast, komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr am 2. Dienstag des Monats um 19 Uhr im IG-Metall-Haus Waiblingen und bring dich ein!

8. Mai damals wie heute – Nazis bekämpfen!


Stellwände 8. Mai

Die letzten Tage des Krieges im Rems-Murr-Kreis

Obwohl mit dem Vorrücken der Roten Armee im Osten, sowie der anschließenden Landung der Alliierten im Westen klar war, dass der Krieg verloren war, wurde von der NSDAP-Führung die Verteidigung des „Heimatbodens“ bis auf den letzten Mann gefordert. Dazu wurden u.a. sogenannte Volkssturmeinheiten aus Kindern und alten Menschen gebildet, die militärisch komplett unausgebildet an die Front geworfen wurden, nur damit die Parteibonzen ein paar Tage länger an der Macht blieben. Dies setzte die faschistische Führung auch mit Ermordung kapitulationswilliger Soldaten bis zum letzten Tage durch, ein prominentes Beispiel für solche Henker ist der spätere baden-württembergische Ministerpräsident Filbinger.

Dennoch bildete sich Widerstand, so auch in verschiedenen Städten des Rems-Murr-Kreises.

Was geschah in Waiblingen?

Einen Monat vor der Kapitulation des Oberkommandos der faschistischen Wehrmacht, am 9. April kam es in Waiblingen zur einer Demonstration von Frauen. Diese demonstrierten zum Teil mit ihren Kindern gegen die geplante Verteidigung der Stadt „bis zum letzten Mann“. Um 14 Uhr kamen die mehreren hundert Frauen vor dem damaligen Rathaus (heute Ratsaal beim Marktplatz).

Die faschistische Führung Waiblingens, bestehend aus dem kommissarischen Bürgermeister, dem NSDAP-Ortsgruppenleiter und dem Polizeihauptmann, versuchten vom Balkon aus die Frauen zur Auflösung der Demonstration zu zwingen. Die versammelten Frauen ließen sich jedoch weder von einem vorgetäuschten Fliegeralarm, noch von in Stellung gebrachten Maschinengewehren einschüchtern. Sie unterbrachen die verlogenen Ansprachen der Faschisten immer wieder mit Gelächter und Zwischenrufen, unter anderem mit „Gebt unsere Stadt frei!“.

Unter dem Eindruck der starken Frauendemonstration war es dann auch am 21. April möglich, Waiblingen Kampflos an die Einheiten der US-Armee zu übergeben. Die den alliierten Truppen entgegenziehenden Parlamentäre waren der katholische Vikar Hans Böhringer und der Kommunist Alfred Rupp.

Zuvor bewegte sich das faschistische Regime auch hier zwischen Auflösungserscheinen und Führergehorsam: Alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren wurden für den Volkssturm zwangsrekrutiert, Parteibonzen versuchten ihre Verbrechen durch Aktenvernichtung und Flucht zu verstecken, Gefangene aus den Konzentrationslagern wie Welzheim wurden in Todesmärschen durch Dörfer und Kleinstädte getrieben.

Der Widerstand gegen die faschistische Diktatur lohnte sich: Das Zusammenwirken von Frauendemonstration und Parlamentären verhinderte die Sprengung der Beinsteiner Brücke, sowie auch Kämpfe in Waiblingen selbst und damit die Zerstörung der Stadt an sich.

Was geschah in Backnang?

Im März 1945 war Backnang umzingelt, die US-Amerikanischen Truppen standen vor Crailsheim. Bei Widerstand wäre Backnang von ihnen zerstört worden.

Die Menschen, die sich in den letzten Kriegstagen den Befehlen der NS-Führung widersetzten, hatten verschiedene Gründe dafür. Natürlich waren unter ihnen auch viele Faschisten oder deren Helfer, die den Durchhalteparolen nicht mehr glaubten und schlicht Angst vor den vorrückenden Alliierten hatten. Wie überall wurden zahlreiche Akten geschreddert, die Mitgliedschaft in der NSDAP oder sonstige Mitschuld vertuschen sollte. Die Kreisleitung flüchtete in der Nacht zum 20. April, am Geburtstag Hitlers, und überließ die Stadt sich selbst.

Doch es gab auch aktiven Widerstand. Dieser formierte sich aus Backnanger Volkssturmeinheit, vor allem initiiert durch den Textilunternehmer Richard Coppenrath und Oberschullehrer Karl Bruder, sowie den ehemaligen KPD-Gemeinderäten Eugen Wohlfahrt und Franz Hopfensitz. Diese Gruppe wollte den Plan der Kreisleitung verhindern, Backnang komplett zu evakuieren und beim Einmarsch der Amerikaner durch die Wehrmacht zu beschießen.

Die Stadt wurde maßgeblich durch zwei Widerstandsaktionen gerettet. Zum einen wurde die Sprengung der Eisenbahnbrücke an der Stuttgarter Straße durch die Wehrmacht von Volkssturmmitgliedern verhindert. Auch die Sprengung der Sulzbacher Brücke konnte soweit sabotiert werden, dass diese noch befahrbar blieb. Zum anderen gelang es den Parlamentären Fritz Munz und Hermann Krimmer, den anrückenden US-Amerikanischen Truppen entgegenzugefahren und ihnen Backnang als widerstandsfrei zu melden, sodass diese am 20. April 1945 kampflos einmarschierten. Doch nur Krimmer überlebte, Munz wurde während des Vorhabens von einer deutschen Mine getötet. Die Stadt wurde maßgeblich durch zwei Widerstandsaktionen gerettet. Zum einen wurde die Sprengung der Eisenbahnbrücke an der Stuttgarter Straße durch die Wehrmacht von Volkssturmmitgliedern verhindert. Auch die Sprengung der Sulzbacher Brücke konnte soweit sabotiert werden, dass diese noch befahrbar blieb. Zum anderen gelang es den Parlamentären Fritz Munz und Hermann Krimmer, den anrückenden US-Amerikanischen Truppen entgegenzugefahren und ihnen Backnang als widerstandsfrei zu melden, sodass diese am 20. April 1945 kampflos einmarschierten. Doch nur Krimmer überlebte, Munz wurde während des Vorhabens von einer deutschen Mine getötet.

Und was lernen wir daraus?

Wir beschäftigen uns als AntifaschistInnen nicht aus rein theoretischem Interesse mit dem Kriegsende im Rems-Murr-Kreis bzw. dem Kreis Waiblingen und Backnang, sondern weil wir aus der Beschäftigung mit den antifaschistischen Kämpfen der Vergangenheit Lehren ziehen wollen. An den oben aufgeführten Beispielen hier sind das vor allem zwei:

1. Antifaschismus lohnt sich! Wären die Waiblinger Frauen oder die Backnanger Widerstandsgruppe nicht aktiv geworden, dann wären die beiden Städte mit größter Wahrscheinlichkeit zerstört worden. Dass diese Menschen mit ihrem Widerstand ihr eigenes Leben riskierten, wird den meisten von ihnen klar gewesen sein: Was in den KZs und bei den Todesmärschen vor sich ging, war jedem bewusst. Aber auch an der Front mordeten Faschisten bis zuletzt: Im nahen Steinheim an der Murr wurde ein Wehrmachtssoldat am Abend vor der Kapitulation der deutschen Einheit ermordet, da er sich ergeben und überlaufen wollte. Mit der kampflosen Übergabe Waiblingens und Backnangs wurden damit hunderte von Menschenleben, Zivilisten wie Militärs, gerettet.

2. Antifaschismus ist ein Kampf aller demokratischen Kräfte! Die Zusammensetzung der widerständigen Akteure war sehr unterschiedlich – alleine die Backnanger Widerstandsgruppe hätte mit einem Unternehmer und zwei Kommunisten nicht diverser sein können. Alle sie einte der Wille zur Überwindung des menschenverachtenden, faschistischen Systems für demokratische Rechte, für eine Gesellschaft ohne Vernichtungskrieg und rassistischem Terror.

Was bedeutet das für heute?

Auch wir sollten nicht abwarten, bis sich der Rechtsruck von alleine erledigt, sondern selber aktiv werden. Auch sollten wir erkennen, dass der Kampf gegen rechts ein gesamtgesellschaftlicher ist. Denn die Folgen des Rechtsrucks gehen uns alle an: Ob als Lohnabhängige, Frauen, MigrantInnen, Menschen mit Behinderung oder schlicht all jene, die nicht in das Weltbild der Faschisten passen. Darum ist es wichtig, sich über Weltanschauungsgrenzen hinweg zu organisieren. Oder kurz gesagt:

Für‘s aktiv werden gegen Faschismus gibt es kein zu früh!

Organisiert euch gegen Rassismus und rechte Hetze!

Alle zusammen gegen den Faschismus!

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén