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Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

Kategorie: Allgemein Seite 1 von 9

Kommentar zur Entfernung eines antifaschistischen Gedenkschilds

In einer nächtlichen Aktion haben unbekannte Antifaschist:innen in der Nähe des Welzheimer Henkersteinbruchs, der Hinrichtungsstätte des ehemaligen KZ, ein Gedenkschild an der benachbarten Straße installiert.

Dieses wurde jedoch bereits nach kurzer Zeit in Zusammenarbeit des Landratsamts, des Regierungspräsidiums und der Stadt entfernt. Als Begründung diente der Stadt eine vermeintliche Gefährdung der Verkehrssicherheit, durch Abbremsen und daraus folgenden Unfällen. Um dies zu verhindern, hätte das Schild in einer Entfernung von mindestens 20 Metern Entfernung von der Straße angebracht werden müssen, also mitten im Wald. Das hierbei das Risiko einer unnötigen Beschädigung von Flora und Fauna um vieles höher ist, ist neben dem dadurch verunmöglichten, doch beabsichtigten Aufmerksamkeitseffekt nur naheliegend. Ganz abgesehen davon, dass Hinweisschilder, die meist auf historische Besonderheiten eines Wohnortes hinweisen wie „Historische Altstadt Esslingen“, „Schillerstadt Marbach“ oder wahlweise „Fachwerkstadt Waiblingen/Backnang/Schorndorf“ natürlich unmittelbar neben einer Straße angebracht werden.

Wir sind der Ansicht, dass straßenbaurechtliche Überlegungen den Kern der Angelegenheit nicht treffen: Es geht um antifaschistische Erinnerungskultur. Das Schild an der Welzheimer Landstraße war durch seine Erwähnung auf der 9. November-Kundgebung und anschließende Presseberichte ein zusätzliches Licht auf die Gedenkstätte Henkerssteinbruch. Wie allen Erinnerungsorten in Welzheim, ging ihrer Errichtung eine jahrzehntelange Auseinandersetzung von welzheimerischen bzw. antifaschistischen Organisationen voraus, die sich mit der Friedhofs- und Henkerssteinbruchgestaltung Mitte vergangenen Jahrzehnts spürbar Bahn brachen.

So sehr wir die Entwicklungen dorthin begrüßen, machen wir uns dennoch keine Illusion über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen wir bspw. zum 9. November arbeiten: Orientierung und Kooperation beinahe aller rechten Kräfte auf und mit ihre(r) parlamentarischen Vertretung AfD, Enttarnung faschistischer Terrorzellen und Terroristen beinahe im Wochentakt, Verbreitung extrem rechter Argumentationsstrukturen und Handlungsansätzen in Staat und Gesellschaft vor dem Hintergrund eines von Krise zu Krise taumelnden Wirtschaftssystem Kapitalismus. Eine organisierte oder gelebte antifaschistische Praxis, geschweige denn eine Erinnerungskultur, zehrt längst nicht von solch tiefen gesellschaftlichen Wurzeln, um sie muss kontinuierlich, beharrlich und sicher auch forsch gerungen werden. Gesetzt diesen Fall, wird ein solches Schild nicht mehr mit kurzem Prozess entfernt, sondern seine Aufstellung würde als positiver Impuls aufgefasst werden. Zum Beispiel, in dem man das Schild gut sichtbar an einer anderen Stelle einbaut und Parkplätze für den Besuch der Gedenkstätte schafft.

Das Aufstellen des Schilds durch antifaschistische Aktivist:innen und sein Entfernen durch die Stadt haben uns als OAT in jedem Fall angeregt, die Sichtbarkeit antifaschistischer Erinnerungskultur in der Öffentlichkeit stärker in unseren Fokus zu nehmen. Auf dieser Grundlage sind wir gerne bereit, mit anderen Antifaschist:innen aus Welzheim und dem Rems-Murr-Kreis in Diskussion zu treten und gemeinsam zu handeln!

Für eine antifaschistische Gedenkkultur – Erinnern heißt kämpfen!

Gedenkkundgebung am 9. November in Welzheim

Heute veranstalteten wir in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und dem Zusammen gegen Rechts-Bündnis zum vierten mal in Folge eine Gedenkkundgebung vor dem ehemaligen KZ in Welzheim. Im Vorfeld mobilisierten wir die Welzheimer Bevölkerung durch Flyer in Briefkästen, Plakaten im Stadtbild und Geschäften, Sprühtransparenten am Straßenrand, mit einer Betriebsverteilung bei der Christian Bauer GmbH und durch persönliche Gespräche bei einem Infostand auf dem Welzheimer Markt.

Eine Genosse der VVN-BdA thematisierte in der ersten Rede die Hintergründe des KZ Welzheims und des kommunistischen Widerstandskämpfers Hermann Schlotterbeck, nach dem der Platz vor dem KZ benannt ist. Außerdem beschrieb er die Anstrengungen von Antifaschist:innen für eine sichtbare Erinnerungskultur in Welzheim. Unsere Rede ging auf die Kontinuität von Antisemitismus in der heutigen Gesellschaft ein und wies explizit auf die starken antisemitischen Tendenzen in der verschwörungstheoretischen Querdenkenströmung und faschistischen Terror hin, die komplette Rede findet ihr unten. Die Rede der Antifaschistischen Perspektive Rems-Murr/Ludwigsburg befasste sich mit der Funktion des Antisemitismus als gesellschaftlicher Blitzableiter, der den Unmut der Bevölkerung über die Zumutungen des Kapitalismus auf Jüd:innen ableitet. Die Kundgebung wurde musikalisch mit einer Gitarre durch einen antifaschistischen Kollegen begleitet.

In der Nacht auf den 9. November haben laut einem Bericht auf Indymedia Antifaschist:innen ein Schild an der Straße Richtung Rudersberg beim Henkersteinbruch angebracht. Dort ermordeten die faschistischen Schergen eine Vielzahl an Insassen des KZs. Bis gestern war die Gedenkstätte von der Straße aus leider kaum wahrnehmbar, das hat sich nun, dank antifaschistischem Engagements geändert.

Im Anschluss an die Reden begab sich die gesamte Kundgebung in Form eines Gedenkgangs selbstbestimmt zur Friedhofsgedenkstätte, an der wir mit Blumen- und Kerzenniederlegung und einer Schweigeminute das würdige Gedenken gemeinsam abschließen konnten.

Wenn auch du Interesse an antifaschistischer Gedenkkultur und Aktionen gegen Rechts hast, komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr am nächsten Dienstag, den 16. November, um 19 Uhr in die Fronackerstraße 60 in Waiblingen und bring dich ein!

 

Für eine antifaschistische Gedenkkultur!

Erinnern heißt kämpfen!

Nie wieder Faschismus!

 


Liebe Welzheimerinnen und Welzheimer,
liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

Das Schloß springt bald / ob’s noch so sehr vergittert / geh deine Bahn / aufrecht und unerschüttert

Diese Worte ritzte ein unbekannter Häftling des KZ Welzheim in ein Holzbrett im alten Amtsgerichtsgefängnis, direkt hier am Hermann-Schlotterbeck-Platz. 83 Jahre nach der blutigen Reichspogromnacht, haben wir uns heute zusammengefunden, um an die damaligen Verbrechen zu erinnern. Diese Nacht der Gewalt bildete den Wendepunkt von der Diskriminierung zur systematischen und brutalen Verfolgung Menschen jüdischen Glaubens. Die industrielle Vernichtung in Auschwitz, Treblinka, Buchenwald und vielen weiteren Lagern bildete den Schlussstein der faschistischen Menschenverachtung. Die Geschehnisse der Reichspogromnacht sind untrennbar verbunden mit Auschwitz, mit dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, mit der Terrorherrschaft in Deutschland und dem besetzten Europa, kurz gesagt mit den Verbrechen des Faschismus an der Macht.

Die Nazis sprachen nach den Vorkommnissen von spontan entstandenem Volkszorn auf die jüdische Bevölkerung Deutschlands. In Wahrheit war die Reichspogromnacht durch die NSDAP von langer Hand geplant und wurde schließlich von SA und SS ausgeführt. Der Hass auf Jüd:innen, der Antisemitismus, wurde von den Faschisten genutzt, um die berechtigte Wut des Volkes über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise von 1929 wie Massenarbeitslosigkeit von dem verantwortlichen System, dem Kapitalismus, abzulenken. Statt den Konzernchefs und Banken, die für die Misere verantwortlich waren, wurden Menschen jüdischen Glaubens als Schuldige dargestellt, die als heimliche Weltherrscher den Deutschen nur Böses wollen würden.

Natürlich sind wir heute weit entfernt von Auschwitz, Buchenwald & Co, doch Antisemitismus ist immer noch kein Ding der Vergangenheit. Ob Holocaustrelativierungen in Form von ungeimpft-Davidsternen bei Querdenken-Demos oder der Anschlag auf eine Synagoge in Halle am höchsten Feiertag im jüdischen Glauben, Jom Kippur, mit zwei Todesopfern: Die tödliche Gefahr des Judenhasses gibt es weiterhin.

Es sind aber nicht nur einzelne Terroristen des rechten Lagers, die mit Gewalt das Volk unterdrücken: 2018 griffen Neonazis im Rahmen der rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz ein jüdisches Restaurant mit Flaschen und Steinen an und verletzten den Wirt. Organisierte Faschisten machten mit Hooligans gemeinsame Sache bei einer Querdenker-Demonstration letzten Herbst in Leipzig und trainierten zu tausenden den Kampf auf der Straße. In Italien stürmte ein neofaschistischer Mob nach einer Demo von Impfgegnern ein Gewerkschaftshaus und verwüstete dieses.

Auch bei uns im Ländle gibt es gewaltbereite Nazis. Im Februar 2020 wurde die sogenannte Gruppe S. aufgedeckt, die sich auf einem Grillplatz bei Alfdorf gründete. Für ihre Ziele – Moscheen, bürgerliche Politiker und Linke – hatten sie sich bereits auch, wie 99% aller anderen rechten Terrorzellen, ein tödliches Waffenarsenal beschafft.

Liebe Welzheimerinnen und Welzheimer, Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

dass in meiner obigen Aufzählung, vor allem was unseren Landkreis betrifft, nicht noch mehr rechte Strukturen zu finden sind, liegt an uns allen. Als vielfältige antifaschistische Bewegung die auf verschiedenen Ebenen – mit Gedenkveranstaltungen, Bildungsarbeit, Demos, Blockaden und direkten Aktionen – gegen die Ewiggestrigen und Faschisten vorgeht, konnte das offene Auftreten von Nazis innerhalb der letzten 10 Jahre hierzulande deutlich zurückgedrängt werden. Nicht weil sich die Polizei irgendwann eingemischt hat, ein Spitzenpolitiker die ultimative verbale Kante in einer Talkshow zum Besten gab oder weil die Faschisten in die öffentliche Debatte eingebunden wurden.

Selbst vor Ort, im Verein, Schule, Betrieb, im Besen Protest und Widerstand gegen den Faschismus zu leisten, ist heute immer noch von grundlegender Bedeutung. Diese Aufgabe kann und wird uns kein Verfassungsschutz abnehmen, der mit dem V-Mann-System systematisch braune Kameradschaften finanzierte, aus denen bpsw. der NSU gegründet wurde. Diese Aufgabe kann und wird uns keine Polizei abnehmen, deren Angehörige mehr damit beschäftigt sind in Whatsapp-Chatgruppen Hitlerbilder herumzuschicken, als die 475 mit Haftbefehl gesuchten Faschisten zu finden! Diese Aufgabe wird uns von keinen Parteien abgenommen, die mit Sozial- und Freiheitsrechteabbau, Kriegsbeteiligungen und Korruption glänzen und den Rechten täglich neues Futter für ihre Hetze zu liefern.

83 Jahre nach der Reichspogromnacht brauchen wir mehr Antifaschismus, mehr organisierte und aktive Antifaschistinnen und Antifaschisten auf der Straße und in den Betrieben, das ist es was wir meinen, wenn wir sagen „Erinnern heißt Kämpfen.“

Die Ereignisse der Reichspogromnacht sind unser aller Auftrag: Alle zusammen gegen den Faschismus – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln. Nieder mit dem Krieg, nieder mit dem Faschismus!

 

Mobitag in Welzheim

Heute waren wir erneut in Welzheim, um auf die Gedenkkundgebung am 9. November zur Reichspogromnacht zu mobilisieren. Wir haben das Stadtbild mit Sprühtransparenten und Plakaten verschönert, außerdem waren wir in Wohngebieten Flyer verteilen. Um eine breite Masse der Bevölkerung zu erreichen, haben wir zusätzlich einen Infotisch auf dem lokalen Wochenmarkt aufgebaut und haben Flyer an Besucher:innen verteilt.
Im Anschluss fand noch ein Stadtrundgang statt. Als erstes waren wir am Hermann-Schlotterbeck-Platz, dort ging es um die Geschichte des KZ Welzheim, danach sind wir gemeinsam zum Friedhof gelaufen und haben die Gedenkstätte für die von den Nazis ermordeten Inhaftierten besichtigt. Zum Abschluss des Rundgangs sind wir zur Gedenkstätte am Henkersteinbruch gefahren, wo viele Insassen des KZs umgebracht wurden.

Komm auch du zu der Gedenkkundgebung am 09.11. um 18:30 Uhr am Hermann-Schlotterbeck-Platz. Für alle, die nicht aus Welzheim kommen oder dort nicht arbeiten treffen wir uns zur gemeinsamen Anreise um 17:30 Uhr am Roten Büro in Waiblingen.

Erinnern heißt kämpfen – Gedenkkundgebung anlässlich der Reichspogromnacht 1938

Am 9. November jährt sich die faschistische Reichspogromnacht. Damals organisierten die Faschisten von NSDAP, SA und
SS die Zerstörung und Plünderung zahlreicher Einrichtungen
jüdischen Lebens, Synagogen, Gebetshäuser, Geschäfte und
Privatwohnungen. Es wurden tausende Jüd:innen und Kommunist:innen inhaftiert und schließlich in Konzentrationslager
verschleppt.
Diese Nacht wurde zum Wendepunkt von der Diskriminierung
zur Verfolgung, die schließlich in der industriellen Vernichtung
der jüdischen Bevölkerung endete.
Viele der rund 2000 verhafteten Juden aus Baden, Württemberg
und Hohenzollern kamen in das Schutzhaftlager Welzheim.
Von dort wurden viele in andere Vernichtungslager weitertransportiert. Doch auch in Welzheim gab es Zwangsarbeit, Erschießungen und Erhängungen.
Der Antisemitismus ist in Deutschland ist auch heute noch nicht
Geschichte. Leider muss man für Beispiele, die das belegen
leidglich die jüngste Vergangenheit anschauen:
die Holocaustrelativierungen bei Querdenken, die antijüdische
Hetze der Partei III. Weg und das Attentat auf die Synagoge in
Halle sind nur einige Beispiele.
Es ist wichtig die Wurzeln der Reichspogromnacht zu verstehen
um solche Wurzeln nie wieder wachsen zu lassen.
Eine lebendige Erinnerungskultur, die solche Ereignisse bis zu
ihrer Wurzel untersuchen und Lehren daraus ziehen sind unabdingbar.
Deswegen rufen wir alle Welzheimer:innen und Interessierte auf
zu unserer Kundgebung am 9. November zu kommen.
Es wird Redebeiträge und einen Gedenkgang zum örtlichen
Friedhof geben.

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise mit Autos aus Waiblingen ist um 17:30 Uhr am Roten Büro (Fronackerstraße 60).

Zentrum zu rechts für die AfD?!

Was ist passiert?

Einige Zentrums Mitglieder wurden kurz vor der Bundestagswahl aus dem Landesverband Baden-Württemberg ausgeschlossen. Wie ein rechter Verschwörungstheoretikerblog berichtete, wurde Andreas Ziegler kurz vor der Bundestagswahl, sein Ausschluss aus der Partei mitgeteilt. Begründet wird das mit Paragraf 4, Absatz 2 der AfD Bundessatzung „Verschweigt ein Bewerber bei seiner Aufnahme in die Partei eine laufende oder ehe-
malige Mitgliedschaft in einer [extremistischen] Organisation, gilt ein gleichwohl getroffener Aufnahmebeschluss als auflösend“.

Allerdings beschränkt sich die neu entdeckte Abneigung der AfD gegen Zentrum Automobil nicht auf den baden-württembergischen Landesverband. Der Bundesvorstand beschloss ZA auf die
Unvereinbarkeitsliste der AfD zu setzen. Damit ist nun ganz offiziell verboten Mitglied der AfD und des Zentrums Automobil zu sein.


Wer und was steckt dahinter?

Sowohl hinter dem Ausschluss der ZAler, als auch der Ausschluss-Initiative auf Bundesebene, steht in erster Linie Alice Weidel.
Sie ist als stellvertretende Bundessprecherin, Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Sprecherin des Landesverbandes Baden-Württemberg wahrscheinlich die einflussreichste Politikerin der AfD. Schützenhilfe leistete ihr gerüchteweise Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der Bundestagsfraktion. Gegen den Antrag protestierten diverse offen faschistischen AfDler unter anderem Christina Baum und Björn Höcke. Auf ihren Social-Media Kanälen fordern sie den Bundesvorstand dazu auf den Ausschluss Rückgängig zu machen.
Bisher wurden sowohl Weidel als auch Chrupalla vom faschistischen Flügel der AfD, der eng mit Zentrum zusammenarbeitet, unterstützt. Das sie jetzt gegen ZA vorgehen hat im wesentlichen zwei Gründe:

→  Zum einen will Weidel ihren Landesverband und die Gesamtpartei im Griff haben und duldet dort keine Opposition. Einer ihrer Gegenspieler ist zum Beispiel  der Ex-Daimler-Ingenieur und jetzige AfD Bundestagsabgeordnete Dirk Spaniel, der ebenfalls mit einem Ausschlussverfahren zu kämpfen hat. Seine Frau Sabine Perlitius ist Daimler Beschäftigte und prominente ZA Aktivistin. Ihm und weiteren Rechtsaußen Funktionären innerhalb der Partei nimmt Weidel mit dem Ausschluss eine potentielle Unterstützerbasis.

→  Zum anderen hat sich Zentrum Automobil im Verlauf des sogenannten Wasenprozesses endgültig als das entlarvt was es ist: eine Betriebsorganisation für Nazis. Gemeinsame Anreisen zum Prozess mit der NPD, Kundgebungen mit dem dritten Weg und Saufgelage in Nazi-Kneipen. Das ist selbst für die Partei, die den Faschisten Höcke und seinen Anhang in ihren Reihen duldet, zu viel.

Was sagt das über Zentrum?
Das Zentrum zu seinen Wurzeln in der harten Nazi-Szene zurückehrt überrascht nicht. Ihr Pressesprecher Simon Kaupert, ehemalige Kader der Identitären Bewegung, zieht gemeinsam mit Oliver Hilburger von einem rechten Event zum nächsten. Betriebsthemen spielen kaum noch eine Rolle, dafür vernetzt man sich mit der (am Boden liegenden) süddeutschen Nazi-Szene. Das Ergebnis dieser „Arbeit“ ist, dass so einen Haufen nicht mal die AfD bei sich haben will.

Entsprechende verunsichert teilt Simon Kaupert auf Twitter mit, dass es sich bei dem ganzen um ein „Missverständnis“ handeln würde. Dazu postet er ein Bild auf dem Andreas Ziegler und Alice Weidel gemeinsam posieren. Das beweist: Die AfD distanziert sich nicht von ZA weil sie Nazis sind. Sie distanzieren sich, weil Zentrum zu blöd ist, dass zu verheimlichen.

Solidarische Grüße an die Antifas im Osten! Solidarität ist der Hammer!

Anfang September hat in Dresden der Prozess gegen die Antifaschist:innen im Antifa-Ost Prozess begonnen. Den Aktivist:innen werden militante Auseinandersetzungen mit Faschist:innen vorgeworfen. Auch wenn die Repression vermeintlich nur einzelne trifft, soll diese eine gesamte Bewegung treffen und Antifaschismus delegitimieren.
Alle Infos vom Solibündnis findet ihr unter s
oli-antifa-ost.org

Antifa Summerday

Wir laden euch herzlich dazu ein mit uns gemeinsam den Wahlkampf abzuschließen!

Ab 13:00 wird es einen Input und Workshop geben, im Anschluss grillen und kicken wir!

Winnenden im Belagerungszustand

Als Offenes Antifa Treffen riefen wir in Bezug auf die Podiumsveranstaltung der Kapitalist:innen des Verband der Selbstständigen (VdS) mit AfD-Beteiligung zu Protesten auf. Als wir uns dann am Mittwoch in Winnenden sammelten, hatte die Polizei den Belagerungszustand für Winnenden ausgerufen. So hatte die Polizei neben einer erheblichen Anzahl an Polizist:innen und Zivis, auch vier Pferde angekarrt.

Ergebnis dessen war, dass die Polizei mit Verweis auf das von grün-schwarz verschärfte Polizeigesetz präventiv unser Material kontrollierte bis die Veranstaltung bereits vorbei war. Notwendige Proteste und antifaschistische Aktionen wurden effektiv damit im Interesse des VdS vereitelt – das Ergebnis ist eine weitere Legitimation der ultrarechten AfD im öffentlichen Diskurs.

Darüber hinaus veröffentlichte der Zeitungsverlag Waiblingen einen Artikel, welcher sich mit einer „unpünktlichen Protestgruppe“ und einem Jürgen Braun beschäftigte, welcher sich wohl schon „mehr als eine Stunde vor Beginn zum Veranstaltungsort begeben hatte “. Dies klammert die Legitimität und Notwendigkeit antifaschistischer Praxis jedoch komplett aus und fasst das Geschehene in keinster Weiße politisch auf. Dieses vermeintliche „Häuflein“ scheint jedoch ganz offensichtlich mehr Geschichtsbewusstsein zu besitzen als die gesamt ZVW Redaktion.

Anhand dieser Fakten fällt auf, dass es für 10 Protestierende ein abnormes Aufgebot an Polizeikräften braucht, um einen Jürgen Braun zu beschützen. Diese Vorgehensweise muss einerseits als Folge der kontinuierlichen antifaschistischen Arbeit im Rems-Murr Kreis betrachtet werdem, andererseits zeigt sich ebenfalls, dass das Polizeiaufgabengesetz genutzt wird, um legitime Proteste aufs Härteste zu kriminalisieren.

Obwohl unsere Proteste nicht stattfinden konnten musste Jürgen Braun eine Stunde früher anreisen um ungestört ankommen zu können. Auch für die anderen Teilnehmer:innen der Bonzenveranstaltung ist ein angenehmes Zusammenkommen unmöglich geworden. Wir lassen uns von den staatlichen Repressalien dennoch nicht abschrecken. Unsere Proteste waren, sind und bleiben legitim.

Wir kämpfen antifaschistisch – 365 Tage im Jahr!

Proteste gegen AfD in Winnenden

Am Mittwoch den 15.09. lädt der Kapitalist:innenenverband “Verband der Selbstständigen” zu einer Podiumsdiskussion in der Winnender Hermann-Schwab-Halle ein . Geladen ist unter anderem der Vorzeige-Saubermann Jürgen Braun (MdB). Natürlich überrascht es uns nicht, das Kapitalist:innen kein Problem damit haben, Faschisten eine Bühne zu bieten – die AfD ist entgegen aller Selbstdarstellung eine systemkonforme Partei.

Trotz der sehr kurzfristigen Planungszeit wollen wir die Veranstaltung nicht unwidersprochen lassen und rufen zu Protesten vor der Halle auf. Im Anschluss daran wollen wir einen Rundgang machen und an ausgewählten Orten das Stadtbild prägen.

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise: 17:50 Uhr Waiblingen Bhf; aus Stuttgart würde sich die S3 mit Abfahrtszeit um 17:45 Uhr am Hauptbahnhof anbieten. Wir freuen uns, wenn ihr uns morgen kurzfristig bei diesen Aktionen unterstützt!

Proteste in Urbach gegen AfD-Wahlkampfauftakt

Etwa 30 Antifaschist:innen protestierten am Freitagabend lautstark und entschlossen vor der Auerbachhalle in Urbach, in der sich wieder einmal die AfD einnisten konnte. Anfangs wurde teilweise der Haupteingang versperrt, wodurch AfDler nur unter Begleitung der Polizei, den Weg in die Halle bestreiten konnten. 15 Köpfe der parteinahen Security setzten entgegen der Hausordnung, welche nur öffentliche Veranstaltungen vorsieht, das Hausrecht der AfD durch. Über hundert eingesetzte Bereitschafts- und Zivilkräfte der Polizei rundeten das Ausrollen des roten Teppichs ab und kriminalisierten den gerechtfertigten Gegenprotest mit einer Festnahme. Auch Passant:innen konnten über dieses absurde Polizeiaufgebot für nur etwa 10 AfD-Anhänger nur ihre Empörung zum Ausdruck bringen. Zum Abschluss des Tages zogen die AntifaschistInnen selbstbestimmt mit einer kurzen Spontandemonstration zum Bahnhof zurück.

Leider ist es uns nicht gelungen viele Urbacherinnen und Urbacher für unsere Proteste zu gewinnen. Bei unseren nächsten Protesten gilt es dies daher verstärkt mitzubedenken, denn nur wenn wir die lokale Bevölkerung mobilisieren, können wir erfolgreich sein. Ungeachtet unserer schwachen Proteste war die Veranstaltung für die AfD jedoch ein Reinfall. Trotz drei geladener Bundestagsabgeordneter erschien so gut wie niemand ihrerseits.

Mit der Veranstaltung in Urbach hat die AfD ihren Wahlkampf eingeläutet: Zeit sich dagegen zu stellen! Die sozialdemagogische Verbreitung rassistischer, frauenfeindlicher und ultraneoliberaler Ideologie von Rechts kann am besten dann eingedämmt werden, wenn sie überall am Ort ihres Auftretens mit Protest konfrontiert wird. Auch im kommenden Wahlkampf werden wir uns der AfD in den Weg stellen – egal ob in Urbach oder sonstwo im Rems-Murr-Kreis!

Wenn auch du antifaschistisch aktiv werden möchtest, dann komm am nächsten Dienstag in die Fronackerstraße 60 in Waiblingen zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr!

Den rechten Wahlkampf sabotieren!

Gegen rechte Krisenlösungen!

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