OATRM

Offenes antifaschistisches Treffen Rems-Murr

Seite 2 von 4

AfD-Infostand in Fellbach gestört

Heute waren ca. 25 AktivistInnen in Waiblingen und Fellbach unterwegs und haben der AfD ihren Wahlkampf vermiest.

Zuerst traf man sich in Waiblingen, verteilte Flyer in der Innenstadt und stellte nach kurzer Zeit fest, dass die AfD diesen Samstag wohl keinen Infostand in Waiblingen abhält. Wegen der erhöhten Polizeipräsenz vor Ort ist zu vermuten, dass die AfD im Vorfeld von den „Ordnungshütern“ vor unserem Kommen gewarnt wurde.

Unser Aktionstag war danach allerdings noch lange nicht vorbei: In Fellbach hatte die AfD einen Propagandastand aufgebaut. Also zog man nach Fellbach, um die Rechten dort kollektiv zu stören. Beim Anblick der ankommenden Antifas rief das traurige Häuflein AfDler sofort um Hilfe. Diese Hilferufe wurden von den Fellbacher MarktbesucherInnen aber konsequent überhört. Der AfD-Stand konnte in der Folge etwa eine Stunde lang lautstark abgeschirmt werden.

Die AfD war in dieser Zeit nicht mehr für PassantInnen sichtbar und konnte keinen ihrer Flyer verteilen. Die Hetzer versuchten immer wieder, die Blockierenden wegzudrücken, was allerdings misslang. Die von der AfD gerufenen Bullen waren erst einmal völlig von der Situation überfordert. Die Besetzung des AfD-Infostands suchte immer wieder das Gespräch mit AntifaschistInnen und versuchte, dieselben in merkwürdige Diskussionen zu verwickeln. Im selben Zuge skandierte ein AfD-Kandidat unter anderem, Hitler sei ein Linker gewesen und: „Wir AfD‘ler sind die neuen Juden!“ Solche absurden Aussagen untermauern lediglich die Notwendigkeit antifaschistischer Interventionen bei öffentlichen AfD-Auftritten und zeigen, dass ein Dialog mit AfD‘lern ausgeschlossen bleiben muss.

Die Polizei, die mittlerweile mit zwei Kasten- und drei Streifenwägen vor Ort war, hatte mal wieder nichts Besseres zu tun, als die Drecksarbeit für die enttäuschten AfD‘ler zu übernehmen und verwies die AntifaschistInnen nach einiger Zeit überfordert des Platzes.

Daraufhin hielten wir nur wenige Meter von der AfD entfernt eine Spontankundgebung ab und informierten mit unseren Transparenten, lauten Parolen und Megafon-Durchsagen über die arbeiterInnenfeindliche, frauenfeindliche und behindertenfeindliche Lokalpolitik der AfD.

Zudem wurden auf dem ganzen Marktplatz und in den umliegenden Straßen Flyer an PassantInnen verteilt. Auch direkt vor dem – nun leider wieder sichtbaren – AfD-Stand wurden allen PassantInnen, die einen AfD-Flyer aufgeschwatzt bekamen, unser thematisch passender Flyer zu den Diesellügen der AfD auf den Weg mitgegeben (Unten findet ihr den Link dazu). Daraufhin entsorgten die meisten FellbacherInnen die inhaltlich wenig überzeugenden Hetzflyer der AfD.

Die ganze Aktion über erhielten wir sehr viel Zuspruch von den MarktbesucherInnen. Eine Ladenbesitzerin brachte uns sogar Freigetränke und bedankte sich für unseren konsequenten Protest. Nur ein AfD-Sympathisant pöbelte herum und forderte die Erschießung von MigrantInnen, weil das billiger als eine Abschiebung sei (Zitat: „1,20€ kostet eine Kugel pro Asylbewerber.“). Die Polizei hörte all das mit, unternahm allen Erwartungen entsprechend nichts dagegen und verabschiedete den Nazi sogar mit Handschlag.

Die eigentliche AfD dagegen machte sich durch ihr hilfloses und unkoordiniertes Auftreten extrem lächerlich. Zum Abschluss der Aktion fand noch eine kleine Spontan-Demonstration bis zur U-Bahn statt, bei der wiederholt Infomaterial verteilt werden konnte. Auch zukünftige Wahlkampfstände der rassistischen Bonzenpartei können mit unserem Protest rechnen.

Keine Ruhe der AfD, den rechten Wahlkampf stören!

Deshalb, wenn du Interesse an oder Ideen für die Arbeit gegen Rechts hast, komm vorbei und bring dich ein! Jeden zweiten Dienstag um 19:00 Uhr in der Fronackerstraße 60 in Waiblingen.

Anbei unsere Dieselbröschure: https://oatrm.org/2019/02/12/zum-klassenstandpunkt-der-afd-in-der-dieselthematik/

Bericht zum 1. Mai in Waiblingen

Gestern fand – wie jedes Jahr – die Demonstration des DGB anlässslich des 1.Mai in Waiblingen statt.Anders als in den vergangenen Jahren gab es dieses mal einen organisierten, antikapitalistischen Block. Dieser wurde schon im Vorfeld kräftig beworben:

Antikapitalistische Frauen mobilisierten mit einem Transparent und Fahnen auf die Demo am 1. Mai, Aktivistinnen machten auf Leerstand in Backnang aufmerksam und auf der Korber Höhe wurden die Lügen der ArbeiterInnenfeinde von der AfD entlarvt. 5000 Flyer wurden unters Volk gebracht und viele Plakate fanden ihren Weg ins Stadtbild. Darüber hinaus gab es noch eine antikapitalistische Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, bei der grundsätzliche Fragen abseits des politischen Alltagsbetriebs von GewerkschafterInnen und AktivistInnen geklärt wurden. Unten findet ihr die Links zu den Aktionen.

Etwa 150 Menschen beteiligten sich an der Demonstration, deutlich mehr als im Vorjahr. Etwa 70 Genossinnen und Genossen reihten sich in den antikapitalistischen Block ein, der mit lauten Parolen und aufeinander abgestimmten Transparenten für einen kämpferischen, ansprechenden Ausdruck sorgte. Gerufen wurde unteranderem „A-Anti-Anticapitalista“, „Was macht den Konzernen Dampf? Klassenkampf!“ oder „Glaubt die Lügen der Ausbeuter nicht, Rebellion ist gerechtfertigt!“. Die Seitentransparente ergaben gemeinsam mit dem Fronttransparent den Satz: „Antifa heißt Klassenkampf heißt Frauenkampf“. Damit wurde klar gemacht, dass am 1.Mai unterschiedliche Kämpfe zusammengeführt werden und wir an diesem Tag gemeinsam als Klasse kämpfen. Viele rote Fahnen, Schilder mit verschiedenen Botschaften und ein Hochtransparent mit dem Spruch „Rebellion ist gerechtfertigt!“rundeten den gelungenen Auftritt ab.

Bei der Auftaktkundgebung hielt die IG Metall Jugend eine kämpferische Rede, in der sie auf die Geschichte des ersten Mai eingingen, den Kapitalismus als System kritisierten und konkrete Auswüchse dieser Art zu wirtschaften anprangerte.

Als die Demonstration eine Brücke passierte entrollten KommunistInnen ein Transaparent mit der Losung „In die revolutionäre Offensive gegen die EU der Banken und Konzerne – für den Kommunismus“. Dazu entzündeten sie roten Rauch und eine Batterie. Spontan rief der antikapitalistische Block die Parole: „Alle zusammen in die Offensive – Kommunismus ist die Perspektive“.

Bei gutem Wetter und in bester Stimmung zog die Demonstration zum alten Postplatz. Es wurden durchgehend und laut Parolen gerufen, Fahnen geschwenkt und ein kleine Sprinteinlage sorgte für noch mehr Dynamik.

Auf dem alten Postplatz angekommen folgte die Rede des antikapitalistischen Blocks. Eine Genossin ging kurz auf die Auswüchse des kapitalistischen Systems ein, betonte die Zentrale Rolle betrieblicher Auseinandersetzungen im Kampf gegen den Kapitalismus ein und forderte politische AktivistInnen und GerwerkschafterInnen dazu auf, ihre Kämpfe zu verbinden und aufeinander zu zu gehen. Vor allem die Forderung „Bewegung in die Gewerkschaft und Gewerkschaft in die Bewegung“ zu bringen sorgte für Begeisterung bei den DemoteilnehmerInnen. Diese allgemeine Begeisterung wurde vom antikapitalistischen Block durch das koordinierte Abfeuern vieler Konfettikanonen und Fahnen schwenken zum Ende der Rede unterstrichen.

Nach der Zwischenkundgebung ging es noch zum Marktplatz durch die Altstadt. Auf dem Weg sang der antikapitalistische Block noch das Lied „Dem Morgenrot entegegen!“, auch viele GewerkschaftskollegInnen stimmten mit ein.

Nach der Demo in Waiblingen zog der Großteil des antikapitalistischen Blocks noch weiter zur kämpferischen, revolutionären 1.Mai Demo nach Stuttgart. Auch in Stuttgart konnte nochmal eigenständige Akzente gesetzt werden: Nach ankommen zog man als Sponti auf die Theodor-Heuss-Straße und reihte sich kollektiv in die revolutionären Demo ein.

Der 1.Mai 2019 in Waiblingen war ein großer Schritt Richtung Verbindung antikapitalistischer Politik mit gewerkschaftlichen Kämpfen. Die Aktionen im Vorfeld setzten sich mit verschiedenen Themen aus proletarischer Perspektive auseinander, die Diskussionsveranstaltung war mit circa 30 Leuten für eine Veranstaltung in Waiblingen sehr gut besucht. Es hat sich gezeigt: Die Bedingung für antikapitalistische Politik im Stuttgarter Hinterland sind ausgezeichnet. In solidarischer Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften werden wir auch in Zukunft die herrschende Verhältnisse kritisieren, uns als Klasse organisieren und unseren Beitrag für den Aufbau einer starken, antikapitalistischen Bewegung leisten.

Für ein rotes Hinterland!

In die antikapitalistische Offensive!

Frauen Mobiaktion: https://de.indymedia.org/node/31501

Antikapitalistischer Stadtrundgang in Backnang: https://de.indymedia.org/node/31573

Mobiaktion auf der Korber Höhe: https://de.indymedia.org/node/31722

——————————————————————————————————

Rede Antikap Bündnis

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Genossinnen und Genossen,

ich spreche heute im Namen des antikapitalistischen Blocks zu euch. Wir haben uns als Bündnis anlässlich des 1. Mais zusammengefunden, weil uns eine Überzeugung eint: Der Kapitalismus hat keine Perspektive!

Der kapitalistische Markt zerstört unseren Planeten und verdrängt uns aus unseren Städten. Auf Grundlage dieser Art zu wirtschaften werden Frauen nach wie vor für gleiche Arbeit schlechter entlohnt als Männer, müssen dazu noch unbezahlte Hausarbeit leisten und werden dann noch von der Kultur- und Werbeindustrie oder irgendwelchen Perversen auf der Straße als willenlose Objekte dargestellt und auch so behandelt. Im Schatten dieser – leider – alltäglichen Auswüchse des Kapitalismus hat sich in den letzten Jahren eine bedrohliche, rechte Front aufgebaut. Die Rechten marschieren Richtung Macht. Egal ob in Anzug, Thor Steinar oder auch Uniform – sie alle eint das Ziel eines Deutschlands ohne „Ausländer“, Linke oder andere „Undeutsche“. An uns liegt es sie aufzuhalten!

Deshalb kämpfen wir an gegen den Rechtsruck, egal ob mit Blockaden oder in dem wir die Lügen der AfD vor unserer Klasse entlarven, wie im Vorfeld des 1. Mai auf der Korber Höhe. Wir kämpfen gegen Patriarchat und Lohnungleichheit, zum Beispiel beim internationalen Frauenstreik am 8. März. Deshalb haben antikapitalistische Frauen auch eine eigene Mobilisierungsaktion für unsere heutige Demo organisiert. Wir kämpfen auch gegen Verdrängung und für bezahlbaren Wohnraum. Deshalb haben wir einen Stadtrundgang durch Backnang unternommen, bei dem wir auf Leerstand aufmerksam gemacht haben und unsere antikapitalistische Perspektive unters Volk brachten. Doch wir sind uns bewusst, dass all diese scheinbar voneinander getrennten Probleme und Kampffelder eine gemeinsame Wurzel haben: den Kapitalismus!

Wir sind uns auch bewusst, dass wir den Kapitalismus nicht überwinden werden indem wir es uns ganz doll wünschen. Oder besonders radikal daher reden. Also sind wir alle auf unsere Art und Weise aktiv. Auch wenn jeder Kampf seine Berechtigung hat und sie letztlich alle auf einen grundlegenden Widerspruch zurückzuführen sind, ist es wichtig – gerade heute, gerade auf der Demo des DGB – deutlich zu machen, dass die direkteste und konkreteste Auseinandersetzung mit dem Kapital im Betrieb stattfindet.

Wir sind hier um euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, zu zeigen, dass wir fest an eurer Seite stehen! Die Tarifrunde in der Metallbranche letztes Jahr hat es deutlich gemacht: unsere Gewerkschaft, unsere Klasse kann kämpfen und Erfolge erzielen. Doch da geht mehr. Traut euch mehr, als lediglich nur ein Stück vom Kuchen einzufordern, widersprecht der falschen Strategie der Sozialpartnerschaft und geht in die Offensive gegen die Chefetagen!

Manche werden jetzt sagen: Leicht gesagt von Außen! Deshalb unser Angebot: Lasst uns diese vermeintliche Trennung von „Innen“ und „Außen“ beseitigen!

AktivistInnnen! Falls ihr es noch nicht seid, werdet Gewerkschaftsmitglied! Informiert euch über die aktuellen Arbeitskämpfe und vor allem: werden auf der Arbeit aktiv! Wer erst nach Feierabend politisch ist, macht etwas verkehrt!

GewerkschafterInnen! Sprecht mit uns, stellt uns Fragen, kommt zu unseren Treffen. Auch wenn wir oft andere Aktionsformen und Schwerpunkte haben als ihr, so wollen wir doch alle das gleiche: ein besseres Leben für alle!

Lasst uns Bewegung in die Gewerkschaft und Gewerkschaft in die Bewegung bringen!

Mit vereinten Kräften können wir die Frauenhasser, Lohndrücker, Rassisten, Spekulanten – kurz – die Kapitalisten und ihre Freunde – auf den Müllhaufen der Geschichte werfen und eine Gesellschaft aufzubauen, die der Mehrheit dient.

Lasst uns gemeinsam als Klasse kämpfen! Beginnen wir heute damit. Für einen antikapitalistischen 1. Mai!

A – Anti – Anticapitalista!

———————————————————————–

Quelle: indymedia.org


Heraus zum Tag der Befreiung vom Faschismus!

Kundgebung am Alten Postplatz in Waiblingen um 17:30 Uhr

Am 8. Mai 1945 wurde die Bevölkerung Deutschlands vom Faschismus befreit. Mit diesem Datum endete die Gewaltherrschaft der deutschen Faschisten, welche für unzählige Verbrechen an der Menschheit verantwortlichen waren. Darunter fällt die Ausbeutung und industrielle Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa, aber auch der Sinti und Roma, der Homosexuellen und aller anderen, die nicht in das rassistische und reaktionäre Weltbild der Faschisten passten. Mit der Befreiung vom Faschismus hatte nicht zuletzt die Verfolgung von ArbeiterInnenorganisationen (z.B. Parteien oder Gewerkschaften), bürgerlichen Demokraten und engagierten Geistlichen ein Ende. Diese Befreiung wurde militärisch ermöglicht durch die Alliierten und ihre verbündeten Partisanen- und Widerstandseinheiten. Besonders hervorzuheben sind die verlustreich erkämpften Siege der Roten Armee der Sowjetunion und der kommunistischen Partisanen auf dem Balkan, unser Dank gebührt vor allem ihnen. Der 8. Mai ist daher für uns alle ein Grund zur Freude.

Doch warum wird der 8. Mai nicht entsprechend gefeiert? Dies hat vor allem in der mangelnden Aufarbeitung der faschistischen Verbrechen durch die BRD seine Gründe. Während in der sowjetischen Besatzungszone ein Staat gegründet wurde, der sich zumindest als antifaschistisch verstand, waren in den westlichen Besatzungszonen beinahe alle Faschisten bald wieder Amts- und Würdenträger. Gerade diese Eliten hatten natürlich kein Interesse an einer (wahrheitsgemäßen) Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit. Doch warum wird der 8. Mai nicht entsprechend gefeiert? Dies hat vor allem in der mangelnden Aufarbeitung der faschistischen Verbrechen durch die BRD seine Gründe. Während in der sowjetischen Besatzungszone ein Staat gegründet wurde, der sich zumindest als antifaschistisch verstand, waren in den westlichen Besatzungszonen beinahe alle Faschisten bald wieder Amts- und Würdenträger. Gerade diese Eliten hatten natürlich kein Interesse an einer (wahrheitsgemäßen) Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit.

Ungeachtet dessen wollen wir den 8. Mai seiner Bedeutung entsprechend würdigen. Als junge AntifaschistInnen wollen wir derer, die den Faschismus schon einmal geschlagen haben, gedenken. Dabei geht es uns nicht um eine leere Bezugnahme auf vergangene Tage, sondern immer um die aktuellen Kämpfe, die wir führen. Denn im Angesicht des Rechtsrucks, der sich in Zeiten des Wahlkampfes besonders bemerkbar macht, ist antifaschistische Arbeit immer noch notwendig.

Wenn wir den Antifaschismus auf eine breite Basis stellen wollen, dann ist es auch notwendig, an Tagen wie dem 8. Mai eine aktive Erinnerungskultur zu etablieren. An dieser Stelle wollen wir insbesondere auf unsere lokale Geschichte blicken: Am 9. April 1945 kam es in Waiblingen zu einer Demonstration mehrerer hundert mutiger Frauen, die sich gegen eine Verteidigung der Stadt „bis zum letzten Mann“ richtete.

Wir rufen daher zu einer Kundgebung am 8. Mai um 17:30 Uhr am Alten Postplatz in Waiblingen auf. Mit Musik, Redebeiträgen, Stellwänden und einem Infotisch laden wir jedeN herzlich ein, mit uns den 8. Mai in freudiger und kämpferischer Atmosphäre zu begehen.


Hier geht’s zur Facebookveranstaltung!

Mobilisierungsaktionen für den antikapitalistischen 1. Mai

Im Vorfeld der Mobilisierung für den antikapitalistischen Bereich am 1. Mai auf der DGB-Demo in Waiblingen dokumentieren wir stattgefundene Aktionen und ein paar ausgewählte Bilder. Für mehr Bilder und die entsprechenden Berichte empfehlen wir euch folgende Links:

Antikapitalistischer Stadtrundgang in Backnang

Antifaschistische Mobiaktion auf der Korber Höhe in Waiblingen


Heraus zum 1. Mai – Für eine antikapitalistische Perspektive

ÜBERALL MISSSTÄNDE…

Wer morgens die Zeitung aufschlägt oder abends die Nachrichten schaut, könnte ein sehr schlechtes Bild von unserer Welt im Jahr 2019 bekommen:

Unser Planet und seine Ressourcen werden wider besseren Wissens bis zum geht nicht mehr ausgebeutet. In Folge dessen sind wir gezwungen schlechte Luft einzuatmen, über tausende Jahre gewachsene Naturräume werden zerstört und der Klimawandel, der unser aller Zukunft bedroht, scheint kaum noch aufzuhalten zu sein.

Darüber hinaus steigen die Mieten im ganzen Land dramatisch an, normale ArbeiterInnen können sich kaum noch Wohnungen in den Städten leisten. Und das nur, weil sich Spekulanten mit unserem Wohnraum eine goldene Nase verdienen wollen. Dazu kommen noch rechte Regierungen, die z.B. in Österreich den 12-Stundentag wieder einführen oder in Italien die Rechte von Geflüchteten und MigrantInnen massiv angreifen.

Gleichzeitig werden Frauen in der BRD immer noch durchschnittlich für die gleiche Arbeit zu 21% schlechter als Männer bezahlt und erfahren immer noch eine ganze Bandbreite von Einschränkungen und Unterdrückungen:

Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen, häusliche und sexuelle Gewalt und die ständigen Versuche von Reaktionären wie Trump & Co, Frauen zu unbezahlter Hausarbeit zu verdammen. Schlechte Aussichten also. Oder?

ÜBERALL WIDERSTAND!

Immer mehr Menschen merken, dass es nicht reicht über Missstände zu klagen, sondern dass sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können. Am internationalen Frauenkampftag, dem 8. März, befand sich die Frauenbewegung vor allem hier in der Region wieder im Aufschwung, in dem Frauenstreiks und kämpferische Demonstrationen organisiert wurden. Jeden Freitag streiken weltweit SchülerInnen für eine lebenswerte Zukunft ohne Umweltverschmutzung und Klimawandel. Am 6. April waren europaweit Hunderttausende gegen die scheinbare Allmacht der Immobilienkonzerne und für bezahlbaren Wohnraum auf der Straße. Doch nicht nur das: in Berlin wird offen über die Enteignung der Wohnungsgesellschaft „Deutsche Wohnen“ diskutiert, in vielen Städten, unter anderem auch in Stuttgart wurde Leerstand durch Hausbesetzungen belebt!

Dass es massenhaften und entschlossenen Widerstand gegen Rassismus und rechte Hetze gibt, zeigte sich unter anderem eindrucksvoll im ansonsten beschaulichen Winnenden, als im vergangenen Herbst 400 Menschen an einer Kundgebung gegen einen rassistischen Übergriff in Winnenden und Chemnitz demonstrierten. Der erste Mai ist der Tag, an dem wir diese unterschiedlichen Bewegungen für eine bessere, gerechtere Gesellschaft zusammenführen und an dem wir für eine Perspektive jenseits von Konkurrenz und Profitstreben auf die Straße gehen. Weil eine demokratische, soziale und ökologische Zukunft keine kapitalistische Zukunft sein kann, laden wir euch auf den antikapitalistischen Block auf derGewerkschaftsdemo in Waiblingen ein.

Termine:

24. April – Antikapitalismus Vortrag IG-Metall Haus Waiblingen

1. Mai – Treffpunkt 10 Uhr am Waiblinger Bahnhof

Kommt in den antikapitalistischen Block!

Wohnraum statt Kapitalismus – 06.04 Mietendemo

Jeder und jede, der bzw. die in den letzten Jahren versucht hat, eine neue Wohnung zu finden, weiß wie es um den Wohnungsmarkt im Großraum Stuttgart bestellt ist. Doch während die Miete in den letzten Jahren immer teurer wurde, der Sozialwohnungsbau beinahe komplett eingestellt und mit Hilfe von Scheinsanierungen MieterInnen systematisch verdrängt werden, verdienen sich Wohnungsbesitzenden damit eine goldene Nase. Die Teuerungen und der gleichzeitige Leerstand von über 10 000 Wohnungen in Stuttgart sind etwas, was die Menschen mehr und mehr auf die Straße treibt. So auch am 6. April, dort gibt es eine große Demonstration gegen den Mietenwahnsinn in Stuttgart. Diese beginnt um 14 Uhr am Schlossplatz.

Als Offenes Antifaschistisches Treffen begrüßen wir diese Demonstration, rufen alle zur Teilnahme daran auf und werden uns selbst am antikapitalistischen Besetzen-Block beteiligen. Die vermeintliche „Antwort“ auf soziale Missstände kam in den letzten Jahren zu oft von rechter Seite. Arbeiten wir nun daran, die Missstände wie Wohnungsnot, Sozialabbau und dergleichen wieder gemeinsam von links zu beantworten!

Wir treffen uns zur gemeinsamen Anfahrt um 13:30 Uhr am Waiblinger Bahnhofskiosk. Neue Gesichter sind herzlich willkommen!

Zur Website des Demobündnisses: https://www.mietendemo-stuttgart.de/

Aufruf zum Besetzen-Block: https://initiativeklassenkampf.wordpress.com/2019/03/07/wohnraum-statt-kapitalismus-aufruf-zum-besetzen-block/

Lieder gegen das Vergessen – Erinnern heißt kämpfen!

Am vergangenen Donnerstag fand in der Manufaktur Schorndorf eine Kulturveranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) statt, an der wir uns mit unter anderem mit einem Infotisch beteiligten. An diesem konnten wir viele Interessierte begrüßen und interessante Gespräche und Diskussionen führen.

Die Liedermacher Bernd Köhler am Mikrofon und der Gitarre sowie Joachim Romais an der Geige sorgten für den musikalischen Teil des Abends, welcher mit dem Titel „Lieder gegen das Vergessen“ an Zeiten des antifaschistischen Widerstandes erinnerte. In den Ansagen wurde aber auch immer wieder die ungebrochene Notwendigkeit betont, auch gegen aktuelle rechte Parteien wie die AfD aktiv zu werden. Auch Neuinterpretationen bekannter Klassiker wie Bella Ciao und weiterem Liedgut von namhaften Komponisten wie Berthold Brecht und Hans Eisler, oder Eigenkompositionen wie „Nazis raus aus unserer Stadt“ wurden zum Besten gegeben und vom Publikum mitgetragen. Desweiteren organisierten die GenossInnen der VVN-BdA eine interessante Ausstellung namens „Nicht meine Alternative“, die sich mit der selbsternannten „Alternative für Deutschland“ und dem allgemeinen Rechtsruck auseinander setzte.

Das antifaschistische Erinnerungskultur immer auch den Kampf für eine aktuelle antifaschistische Politik bedeutet, unterstrichen einige AktivistInnen, die offenbar die Gunst des Abends nutzten und mit Aufklebern das Stadtbild verschönerten. Auch zukünftig wollen wir kollektive und gegenwartsbezogene Erinnerungskultur im Rems-Murr-Kreis verankern. Wenn du daran Interesse hast oder dich gegen Nazis engagieren möchtest, dann komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr. Wir treffen uns am 2. Dienstag des Monats um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60 in Waiblingen.

Nie wieder Faschismus!

Gegendarstellung zu den Behauptungen im StZ-Artikel „Plakataktion in Fellbach: Neue Antifa-Gruppe verunsichert Bürger“

Da im StZ-Artikel „Plakataktion in Fellbach: Neue Antifa-Gruppe verunsichert Bürger“ mehrere fälschliche Behauptungen aufgestellt werden, wollen wir durch eine Gegendarstellung für Klarheit sorgen. Zunächst: Wir werten unsere Kreativaktion als Erfolg, da wir mit vielen FellbacherInnen das Gespräch suchten, positive Rückmeldungen bekamen und für Aufklärung sorgen konnten. Unterm Strich bleiben drei selbstbestimmte Kundgebungen, mehrere hundert verteilte Flugblätter, erfreuliche Gespräche mit PassantInnen sowie einige verklebte Wandzeitungen an belebten Fellbacher Orten. Das wir mit unserer Theateraktion BürgerInnen verunsicherten, kann daher getrost als falsch bezeichnet werden. Doch das sind nicht die einzigen Unwahrheiten im Artikel der Stuttgarter Zeitung.

Der Staatsschutz in Form seines Leiters Bernd Rauner wiederholt gebetsmühlenartig, es gäbe keine KKK-Strukturen im Rems-Murr-Kreis, der Staat greife „konsequent“ gegen rechte Terrorstrukturen durch und die Polizei sei kein Handlanger rassistischer Organisationen. In unseren Augen sind das gewagte Aussagen für die Abteilung Staatsschutz, welche nach zwei Jahren massiver faschistischer Schmierereien und Drohungen gegen Andersdenkende an Brücken, Geländern und Mauern sowie vier Farbanschlägen auf den Journalisten Alfred Denzinger allem Anschein noch nichts unternommen hat. Die gleiche Abteilung Staatsschutz scheute weder Kosten noch Aufwand, mit 12 Personen in Zivil die Kundgebung „Für eine Welt ohne Rassismus: Backnang besser ohne Nazis!“, welche sich gegen eben jene Schmierereien und Farbanschläge richtete, zu bespitzeln und einzelne Teilnehmer durch Kontrollen zu schikanieren. Und es ist mit größter Wahrscheinlichkeit auch die selbe Abteilung Staatsschutz, die die in Fellbach verklebten Wandzeitungen der Staatsanwaltschaft vorlegte, um den abgebildeten Inhalt zu kriminalisieren. Angesichts des Verfolgungseifers des Staatsschutzes gegen AntifaschistInnen und seiner Laissez-Faire-Politik gegenüber faschistischen Strukturen ist es klar, dass die Existenzgrundlage des Staatsschutzes nicht das Vorgehen gegen faschistische Strukturen ist, sondern die Bekämpfung und Kriminalisierung des antifaschistischen Widerstandes dagegen.

Doch damit nicht genug: Während Bernd Rauner die durch Flyer und Wandzeitungen vermittelten Inhalte wohl persönlich nimmt, weicht er und die Stuttgarter Zeitung einer aufgeworfenen Thematik völlig aus. Wie können sich BürgerInnen, ChristInnen, Muslime und Muslima, Menschen jüdischen Glaubens, Linke, MigrantInnen und GewerkschafterInnen gegen faschistische Terrorstrukturen wehren, die von staatlichen Institutionen mit aufgebaut, finanziert und geschützt werden? Beispiele dafür gibt es genug:

  • Die massive Aktenvernichtung und die zahlreichen eingesetzten V-Männer im Umfeld des NSUs
  • Das aufgedeckte Terrornetzwerk innerhalb der Bundeswehr mit dem Ziel, politische GegnerInnen zu ermorden
  • Die Gründung des Vereins „Uniter“ innerhalb dieses Bundeswehr-Terrornetzwerk durch einen damaligen Verfassungsschutzmitarbeiter aus BaWü
  • Die Gruppe hessischer PolizistInnen, die sich als NSU 2.0 bezeichnete und eine NSU-Opferanwältin sowie ihre zweijährige Tochter mit Mord bedrohten
  • Die zwei Schwäbisch-Haller Polizisten, deren Mitgliedschaft beim Ku Klux Klan Anfang der 2000er Jahre keine disziplinarischen Folgen hatte (pikanterweise waren dies die beiden Ex-Kollegen der vom NSU getöteten Michèle Kiesewetter)

Was kann man gegen all diese Fälle unternehmen? Neben dem Engagement gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck sowie gegen die Verankerung rechter Organisationen und deren Inhalten in der Öffentlichkeit, halten wir (journalistische) Recherche und Information der Bevölkerung durch AntifaschistInnen für zentral. Denn die aufgezählten Beispiele sind nicht nur ein Beleg dafür, dass Informationen aus Polizeikreisen unsachlich und parteiisch sind, insbesondere dann, wenn sie selber das potentielle Ziel von Ermittlungen sind. Sie unterstreichen die Wichtigkeit der fast schon vergessenen Lehre aus dem NSU-Komplex: Wenn man gegen rechte Verstrickungen in staatlichen Behörden wie Polizei und Geheimdienst vorgehen will, darf man den Bock nicht zum Gärtner machen und sich dabei auf eben jene Behörden verlassen!

Unsere Arbeit zur Zusammenarbeit von Teilen staatlicher Institutionen mit dem faschistischen Terrormilieu hat mit der Aktion in Fellbach begonnen. Wir sehen diese aber als Teil unserer antifaschistischen Arbeit, denn ein rassistisches und nationalistisch aufgeladenes Gesellschaftsklima kann nur die Bildung rechter Terrorzellen begünstigen. Wenn also jedeR im Alltag klare Kante gegen Rechts zeigt und man gemeinsam einen selbstbestimmten und wirksamen Kampf gegen rechte Strukturen führt, dann kann in Zukunft auch rechter Terror verhindert werden. Wohin die Verharmlosung und das Wegschauen gegenüber Nationalismus, Rassismus und Spaltung führt, zeigt uns die deutsche Geschichte, aber auch der Blick auf den von Faschisten verübten Massenmord an Muslimen in Neuseeland. Wir rufen daher dazu auf, sich nicht von den Aussagen der Polizei einlullen zu lassen, sondern selbst gegen Verstrickungen der Behörden mit faschistischen Banden aktiv zu werden!

Unangemeldete Blitzkundgebungen in Fellbach anlässlich der KKK-Hausdurchsuchungen

Aufgrund mehrerer Razzien gegen rechtsterroristische Strukturen in Fellbach in den vergangenen Monaten, sahen wir uns als OAT dazu verpflichtet die FellbacherInnen über die Hintergründe dieser Vorgänge aufzuklären. Vor allem sind wir auf die heuchlerische Rolle des Staatsapparates im Kampf gegen Rechtsterrorismus eingegangen. Nähere Informationen dazu findet ihr in unserem Flyer.

Im Vorfeld unserer Aktion wurden mehrere hundert Haushalte in Fellbach mithilfe von Flugblättern über die rechten Strukturen in ihrer Stadt informiert. Am heutigen Samstag versammelten sich einige AktivistInnen des OAT für drei unangemeldete Blitzkundgebungen in Fellbach und dem Teilort Schmiden. Mithilfe eines Standbild-Theaters wurde plastisch dargestellt, wie Staat und Nazis Hand in Hand agieren. Außerdem wurde ein thematisch passendes Transparent aufgespannt, Megafon-Durchsagen gemacht und unsere Flyer an PassantInnen verteilt. Die Resonanz war hierbei durchweg positiv, einige hatten die Flyer schon in ihren Briefkästen und zeigten großes Interesse an unserer Arbeit. Nur ein sichtlich alkoholisierter Rechter hielt es für nötig, am Rand zu pöbeln. Dabei bedrohte er einige AktivistInnen („Ich bring dich um!“, „Ich zeig dich an!“) Nach einer Konfrontation mit einigen Antifas ergriff der Wirrkopf schnell die Flucht. Wir ließen uns durch diese lächerliche Gestalt aber nicht von unserer Aktion abhalten und führten weiter Gespräche mit FellbacherInnen. Nach unseren Blitzkundgebungen wurden die Inhalte unserer Aktion durch angebrachte Wandzeitungen im Stadtbild präsent gemacht.

Unsere heutige Aktion war ein voller Erfolg. Wieder einmal wurde bewiesen, dass wir keine Polizei benötigen, sei es um über faschistische Umtriebe aufzuklären oder um Kundgebungen durchzuführen. Gerade bei diesem Thema ist es wichtig, selbstbestimmt zu agieren. Auch weiterhin werden wir ein Auge auf rechte Terrorstrukturen in unserem Kreis haben und zusammen mit den Menschen vor Ort den Druck auf sie erhöhen. Wenn auch du Ideen für den Widerstand gegen faschistische Strukturen hast, dann komm zum Offenen Antifaschistischen Treffen Rems-Murr. Wir treffen uns am 2. Dienstag des Monats um 19 Uhr in der Fronackerstraße 60 in Waiblingen.

Staat und Nazis Hand in Hand – Organisiert den Widerstand!

OAT Soliparty

Seit 5 Monaten nun gibt es auch im Rems-Murr-Kreis ein offenes Antifatreffen. Seit dem ist schon viel passiert: wir haben über Naziaktivitäten in der Region aufgeklärt, die AfD gestresst und uns die Straßen unserer Städte genommen. Das alles hängt allerdings davon ab, dass sich einerseits Menschen zu dieser Arbeit bereit erklären und andererseits überhaupt erst die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen um Tranpis zu Gestalten, Flyer zu Drucken und Stadtbilder zu verschönern.

Zu den Klängen eines enormen musikalischen Spektakel, das elektronische Musik in einer schier unglaublichen Vielfalt (Techno, Drum’n’Bass, Goa) sowie die Sternstunden vergangener Zeiten (stumpf gesagt: Trash) und zur Krönung einen Secret Special Guest (geheim) bietet, wollen wir darum bei delikaten Soli-Cocktails zusammen feiern!

Genauso gerne wie wir euch alle dazu einladen auf dem OAT zu partizipieren, wollen wir euch zu unserer Gründungsparty einladen. Kommt also mit bester Laune und all euren Freunden am 16.3. ins Linke Zentrum Lilo Hermann und feiert mit uns für starke Antifa-Strukturen im ländlichen Raum!

Info: Der Betrag von 5€ ist lediglich eine Spendenempfehlung.

Antifas und Partyspaß statt Nazipack und Tränengas!

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén